Nordkurier.de

Grün gegen Grau in Wembley: Duell zwischen den Pfosten

VonOliver Mucha

Den Torhütern Manuel Neuer und Roman Weidenfeller könnte im Champions-League-Endspiel eine ganz wichtige Rolle zukommen.

London.Die unumstrittene Nummer eins gegen den besten Nicht-Nationaltorwart der Welt, der häufig beschäftigungslose Millionenmann gegen den Verhinderer von Großchancen: Die höchst unterschiedlichen Torhüter Manuel Neuer und Roman Weidenfeller rücken beim Champions-League-Finale zwischen Bayern München und Borussia Dortmund morgen in den Blickpunkt. Und zumindest für Neuer geht es um mehr als „nur“ den Henkelpott. „Ich bin immer heiß gegen Dortmund, das ist eine Art persönliches Derby“, sagt der frühere Schalker. Natürlich stehe seine Schalker Vergangenheit in Wembley nicht im Vordergrund, betont Neuer, „während des Spiels denke ich nicht an die Rivalität“. Doch er macht keinen Hehl daraus, dass ein Triumph gegen „Lüdenscheid-Nord“ für ihn eine besondere Note hätte.
Anders als zuletzt in der Bundesliga wird Neuer aber in London nicht wieder im blauen Trikot auflaufen, diesmal trägt er Grün – und hebt sich stark von Weidenfeller ab, der in Grau mit gelbem Brustring spielt. Auch in ihrer Interpretation des Torhüterspiels sind Neuer und Weidenfeller verschieden. Auf der einen Seite steht der ständig mitspielende und ballsichere Neuer, nicht nur für Kollege Franck Ribéry „der beste Torwart der Welt, etwas Besonderes“. Mit dem FC Bayern feierte der 27-Jährige den Gewinn seiner ersten Meisterschaft – mit einem Rekord: Weniger als 18 Gegentore ließ in 50 Jahren Bundesliga kein Keeper zu.
Neuer leistete sich aber, speziell in seinem ersten Bayern-Jahr, auch Patzer. Seine große Bühne findet Neuer indes in der Champions League. Im Halbfinale 2011 verhinderte er mit unzähligen Glanzparaden beim Aus von Schalke 04 gegen Manchester United ein Debakel, im vergangenen Jahr avancierte er beim Münchner Halbfinalerfolg im Elfmeterschießen zum Helden von Madrid, und beim „Drama dahoam“ traf Neuer selbst vom Punkt. In London würde er wieder schießen, sagt er.
Über mangelnde Arbeit konnte sich auch Roman Weidenfeller nicht beklagen. Beim Halbfinal-Rückspiel in Madrid ließ der 32-Jährige Superstar Cristiano Ronaldo und Co. verzweifeln. Insgesamt vereitelte der Vertreter der alten Torwartschule in dieser Champions-League-Saison zwölf Großchancen – mit Abstand die meisten. „Er hat eine sehr gute Saison gespielt“, sagt Neuer. Weidenfeller sei für ihn aber nicht Gegner, sondern Gegenüber.
Der mit 1,88 m fünf Zentimeter kleinere Borusse hat noch kein einziges Länderspiel absolviert. Eine Tatsache, die auch Bayern-Coach Jupp Heynckes nicht verstehen kann. „Ich weiß nicht, was er noch alles halten muss, um mal eine Chance zu bekommen“, sagte Heynckes nach dem 1:1 in der Bundesliga gegen Dortmund.

Mehr zu diesen Themen
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
×