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Hansa vergeigt 2:0-Führung und muss zittern

VonHans Puckmann

Die Spieler von Trainer Marc Fascher können erneut einen Matchball vor eigenem Anhang nicht verwandeln und sind nun
zum Abwarten gezwungen.

Rostock.Morgen Abend werden die Augen der Hansa-Spieler nach Dortmund gerichtet sein. Dort steigt ab 18 Uhr das letzte Nachholspiel der aktuellen Drittliga-Saison zwischen der gastgebenden Borussia-Reserve und dem FC Rot-Weiß Erfurt, das auch für die Hanseaten von großer Bedeutung ist. Sollten die Dortmunder ihr Heimspiel nicht gewinnen, ist der Klassenerhalt des FC Hansa endgültig in trockenen Tüchern.
Dass sie frühestens morgen durchatmen können, haben sich die Hanseaten selbst zuzuschreiben, denn am Sonnabend hätten sie mit einem Heimsieg über die Offenbacher Kickers schon aus eigener Kraft alles klar machen können. Doch in der Schlussphase der Partie wurde eine 2:0-Führung noch aus der Hand gegeben, sodass immer noch ein bisschen gezittert werden muss. „Mir ist es unbegreiflich, wie wir nach dem 2:1 mental wie ein Kartenhaus zusammenbrechen. Und das wir den Ausgleich durch einen Elfmeter kassieren, wo sich unser Spieler einen Schien- und Wadenbeinbruch zuzieht, ist ein Spiegelbild der Saison“, ärgerte sich Trainer Marc Fascher.
Auch der Hansa-Coach wusste: „70 Minuten lang haben wir alles richtig gemacht.“
Nach Querpass von Michael Blum und einem langen Ball von Julien Humbert in den Lauf von Tom Weilandt hatte dieser mit seinem siebenten Saisontreffer für die 1:0-Pausenführung der Hanseaten gesorgt. Und nach gut einer Stunde stand es sogar 2:0 für die Gastgeber, als Ondrej Smetana mit einem Steilpass Manfred Starke auf die Reise geschickt und der namibische Nationalspieler seinen dritten Treffer im dritten aufeinander folgenden Drittligaspiel erzielt hatte. Kaum jemand unter den 8000 Rostocker Fans zweifelte am vorzeitigen Klassenerhalt. Doch die bis dato harmlosen Gäste witterten Morgenluft, als sie ihre mehr als zehnstündige Serie ohne Drittligator beenden konnten. Ein Zuspiel von Lars Bender nahm Mathias Fetsch direkt und traf zum 2:1. Und zehn Minuten später gab es dann jene verhängnisvolle Szene, die den Hanseaten doch noch den Sieg kostete. Ken Leemans stieg rustikal gegen Marcel Mosch ein und brach sich im Zweikampf den Unterschenkel. Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus entschied auf Elfmeter, den Mathias Fetsch zum 2:2 verwandelte.
Fast hätten die Rostocker die Partie in der Nachspielzeit doch noch für sich entschieden, aber es fehlten die berühmten Zentimeter. Johan Plat köpfte schulmäßig ins linke untere Eck. Torhüter Wulnikowski reagierte allerdings glänzend – nach Ansicht des Linienrichters – noch vor der Linie. So schlichen die Hanseaten mit hängenden Köpfen vom Platz, denn mehrere Hansa-Verfolger hatten ihre Spiele gewonnen. „Die Enttäuschung ist natürlich riesig, denn das waren eindeutig zwei verlorene Punkte. Statt den Deckel draufzumachen, haben wir den Gegner ins Leben zurückgeholt“, monierte Marc Fascher. Und statt den Klassenerhalt feiern zu können, muss nun erst einmal nach Dortmund geblickt werden.

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