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Heynckes reif für langen Urlaub

Jupp Heynckes nahm Abschied in München.  Foto: Marc Müller
Jupp Heynckes nahm Abschied in München. Foto: Marc Müller

VonChristian Kunz

Fest steht: Einen neuen Job wird der Erfolgscoach zur neuen Fußball-Saison nicht annehmen. Der 68-Jährige
will sich erst einmal von den Strapazen der vergangenen Wochen erholen.

München.Jupp Heynckes macht eine Verschnaufpause, er heuert zum 1. Juli bei keinem Fußball-Verein an. Ob der 68-jährige Erfolgscoach überhaupt noch einmal auf die Trainerbank zurückkehrt, ist fraglich. Immerhin ließ er auf der Abschieds-Pressekonferenz am Dienstag bei Bayern München wissen: „Ich habe persönlich etwas gegen endgültig. Ich bin in einer Situation, wo ich das nicht heute bekanntgeben sollte.“
Umrahmt von Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und Präsident Uli Hoeneß kündigte Heynckes an, „erst mal Urlaub machen“ zu wollen. Es gebe auch ein Leben neben dem Spitzenfußball. Das klang sehr nach Vorfreude auf ein entspanntes Rentnerdasein.
„Jupp hat Urlaub von uns allen am meisten verdient“, meinte Rummenigge drei Tage nach dem Gewinn des historischen Triples für den FC Bayern durch den DFB-Pokalsieg. Zuvor hatten die Münchner unter der Ägide von Heynckes die Meisterschaft und allem voran die Champions League im Finale von London gegen Borussia Dortmund gewonnen.
Die Erfolgsserie mit den Bayern während seiner dritten Amtszeit als Coach des deutschen Rekordmeisters weckte auch die Begehrlichkeiten anderer Topvereine. „Ich bin nicht wankelmütig geworden, aber sie können sich vorstellen, dass nach so einer Saison auch andere Vereine Interesse finden an mir“, sagte Heynckes, dessen Trainerkarriere am 1. Juli 1979 bei seinem Herzens- und Heimatverein Borussia Mönchengladbach begonnen hat. Namen nannte er nicht, nur so viel: Es seien reiche Clubs dabei gewesen, bei denen Geld keine Rolle spiele. Zudem sei ein Verein darunter gewesen mit einer vergleichbaren Tradition, wie sie der FC Bayern habe. Dabei dürfte es sich wohl um Real Madrid gehandelt haben.
Heynckes betonte aber: „Ich werde weder im Inland noch im Ausland ab dem 1. Juli ein Engagement eingehen.“
Heynckes erzählte, dass er nach dem verlorenen „Champions-League-Finale dahoam“ vor einem Jahr seiner Frau gesagt habe, seinen Kontrakt beim FC Bayern erfüllen zu wollen, nicht aber einen weiteren Vertrag anzunehmen. Er nutzte die Gelegenheit, um mit stockender Stimme seiner Gattin zu danken, und gab zu: „Ich habe meinen Beruf immer vor das Privatleben gestellt.“ Nun sei er 68, und es gebe auch ein Leben nach dem Berufsleben.

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