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Historischer Ball als Geschenk zum Muttertag

VonJörn Schweichler

Mit dem ersten Homerun eines Deutschen in der amerikanischen Baseball-Profiliga MLB hat Donald Lutz von den Cincinnati Reds eine historische Marke gesetzt.

Cincinnati/Köln.Ein simpler Blumenstrauß kam für Donald Lutz als Geschenk nicht in Frage, also schenkte er Marlen Lutz zum Muttertag ein Stück Sportgeschichte. „Das war unglaublich. Ich habe vor dem Spiel mit ihr gesprochen. Sie hatte sogar meine Oma zu Gast“, sagte der 24-Jährige aus dem hessischen Friedberg, der im zweiten Inning einen 150 km/h schnellen Fastball von Pitcher Wily Peralta in seinen ersten Homerun verwandelt hatte.
Damit legte er am Sonntag den Grundstein zum 5:1-Erfolg seiner Cincinnati Reds gegen die Milwaukee Brewers. „Den Spielball schenke ich meiner Mutter“, kündigte Lutz an. Die knapp 40000 Zuschauer im Great American Ball Park von Cincinnati hörten nicht mehr als ein lautes „Knack“, dann wussten sie Bescheid – Homerun. Lutz selber musste zwei Mal hinsehen: „Ich war nicht sicher, ob der Ball im Spiel bleiben würde. Er war nah an der Auslinie. Es ist alles so schnell passiert.“ Dann trabte er los, umrundete die drei Bases und feierte seinen Debütschlag mit dem Team. „Das war ein großer Homerun vom großen Lutz. Es war ein guter Tag für ihn“, sagte Reds-Manager Dusty Baker über den 1,91 m großen Deutschen, dem in acht Auftritten in der stärksten Liga der Welt bis dato nur Single Hits gelungen waren. Beim Gegner aus Milwaukee sorgte Lutz für pures Unverständnis. Besonders Peralta konnte sein Pech kaum fassen. „Das war ein guter Wurf von mir. Aber er hat ihn noch besser getroffen“, sagte der Mann aus der Dominikanischen Republik konsterniert.
„Ich habe ihr zwar keinen Homerun versprochen, denn damit würde man sich zu sehr unter Druck setzen“, sagte Lutz über das Gespräch mit seiner Mutter: „Aber ich habe gesagt: Es wird etwas Gutes passieren.“ Dass er den Ball überhaupt als Präsent nach Friedberg schicken kann, verdankt Lutz seinen Betreuern. Ein Fan hatte das Erinnerungsstück aufgesammelt, nach einer kurzen Erklärung gab er den Ball aber frei. Den Spielball mit dem ihr Sohn Geschichte schrieb, bekommt Marlen Lutz also.

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