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Hochmoderne „Folterstrecke“

SCN-Mehrkämpferin Julia Mächtig hat in den vergangenen Wochen auch die speziellen Geräte bei Personal Trainer Dirk Rosin genutzt; rechts im Bild Trainer Klaus Baarck. [KT_CREDIT] Fotos: Heiko Brosin
SCN-Mehrkämpferin Julia Mächtig hat in den vergangenen Wochen auch die speziellen Geräte bei Personal Trainer Dirk Rosin genutzt; rechts im Bild Trainer Klaus Baarck. [KT_CREDIT] Fotos: Heiko Brosin

VonRoland Bandow

Mehrkämpferin Julia Mächtig vom SC Neubrandenburg nutzt moderne Fitness-Geräte für das Aufbautraining. Eine neue Form der Belastung, die sehr effektiv ist. Der Trainer sieht einen neuen Anreiz für tägliche Übungen.

Neubrandenburg.Ein mittelalterliches Folterinstrument könnte ähnlich ausgesehen haben wie die hochmoderne WaterWorkx-Trainingsstation. Die Praxis macht allerdings den gewaltigen Unterschied: Nicht die Qual ist das Ziel, sondern komplexe körperliche Muskelarbeit mit der guten Aussicht auf späteres Wohlbefinden. Seit einiger Zeit nutzt auch Mehrkämpferin Julia Mächtig vom SC Neubrandenburg dieses schweißtreibende Gerät, um nach knapp 13 Jahren im Hochleistungsbereich den Gelenken, Bändern und Sehnen eine weitere Chance zu geben.
Mehrere dieser neuzeitlichen „wasserkraftbetriebenen“ Apparate stehen im Viertorestädter Fitness-Studio von Dirk Rosin. Erfunden hat das Ganze der Schweizer Dominik Kuprecht, der inzwischen im niedersächsischen Nordhorn lebt. „Es ist eine neue Übungsform, bei der immer ganze Muskelschlingen trainiert werden“, erklärt Rosin. Wer also nicht mehr nur die schweren Eisen stemmen wolle, ob Profi oder Volkssportler, könne hier auf andere Weise – vor allem ganzheitlich – etwas für die Kondition und Beweglichkeit machen. Eine immer vielseitige Belastung, bei der die Intensität so hoch sei, dass schon relativ kurze Einheiten die gewünschten Effekte brächten.
Genutzt wird dabei ein kompliziert anmutendes „Holz-Gebilde“ mit vielen Verstrebungen, verbunden durch Seile, Stricke und Karabinerhaken. Das Kernstück sind zwei mit Wasser gefüllte Zylinder, die für modifizierbaren Widerstand sorgen. „Es sind alles Sonderanfertigungen, was zum Beispiel auch bedingt, dass bei uns sieben Trainer die Übungen persönlich begleiten“, so Sportwissenschaftler Rosin, der auch Ernährungsberater, Lauftrainer und Physiotherapeuten an seiner Seite hat.
Julia Mächtig, die schon einige Operationen hinter sich bringen musste, hat diese besondere Art des Trainings schätzen gelernt. „Die Muskeln werden nicht isoliert belastet, sondern immer im Komplex mit vielen Varianten. Das ist sehr anstrengend, aber ich fühle mich hinterher sogar irgendwie fitter“, erzählt die 27-jährige deutschen Hallenmeisterin. „Die muskulären Probleme, die im Winter oft da sind, sind auf alle Fälle weniger geworden. Für meinen Saisonaufbau ist das eine gute Sache.“
Trainer Klaus Baarck sieht noch einen anderen Aspekt: „Nach über zwölf Jahren gemeinsamer Trainingsarbeit schleift sich doch einiges ab. Da bieten diese Geräte auch eine willkommene Abwechslung. Man kann neue Reize setzen.“

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