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Hoffenheims Fehleinkäufe(r): Teuerster Absteiger der Liga?

Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp will sein finanzielles Engagement auch in der 2. Liga fortsetzen.[KT_CREDIT] FOTO: Uwe Anspach
Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp will sein finanzielles Engagement auch in der 2. Liga fortsetzen.[KT_CREDIT] FOTO: Uwe Anspach

VonUlrike John

Der Bundesliga heißester Abstiegskandidat will nächste Saison auf Offensivfußball mit jungen Spielern setzen.

Hoffenheim.Der Preis ist selbst für Mäzen und Milliardär Dietmar Hopp heiß: Falls die TSG 1889 Hoffenheim den Klassenverbleib nicht schafft, wäre die Mannschaft der wohl teuerste Absteiger in der Geschichte der Fußball-Bundesliga. Laut „transfermarkt.de“ hat der derzeitige Kader des Tabellenvorletzten einen Marktwert von über
70 Millionen Euro.
Ein Umbruch steht so oder so an: 38 Profis gehören derzeit zum aufgeblähten Kader, zudem sind fünf weitere Akteure an andere Clubs verliehen. Nur mit 22 Feldspielern und drei Torhütern plant Trainer Markus Gisdol für die nächste Saison – egal in welcher Liga. Auf der Geschäftsstelle in Zuzenhausen wird bereits darüber gesprochen, dass die TSG in diesem Sommer mehr Geld für Abfindungen bezahlen muss als für Ablösesummen.
Um seine Existenz muss der einstige Emporkömmling aus dem Kraichgau aber nicht fürchten: Hopp hat längst angekündigt, dass er sein finanzielles Engagement auch im Unterhaus fortsetzen wird. Man wolle unter Gisdol „weiter mutigen und offensiven Fußball spielen“, ließ der 73-Jährige verlautbaren. „Und dabei konsequent auf unsere so erfolgreiche und hoch talentierte Jugend setzen und das eigentliche Gesicht der TSG auf diesem Weg neu beleben.“ Ein Talent aus fremdem Revier hat sich die TSG bereits geangelt: Vom Zweitliga-Aufsteiger Karlsruher SC kommt der auch von anderen Clubs umworbene U18-Nationalspieler Kevin Akpoguma.
Richtig geprasst hatten die Verantwortlichen vor und in der noch laufenden Saison – unter Ex-Manager Andreas Müller und zuvor schon unter Ex-Ex-Manager und Ex-Ex-Ex-Trainer Markus Babbel. Für insgesamt etwa 26 Millionen waren Spieler verpflichtet worden – schließlich wollte Babbel einst mit den Kraichgauern in die Europa League. Angesichts des drohenden sportlichen Untergangs kaufte Müller alleine in der Winterpause sechs Spieler für insgesamt zwölf Millionen Euro: Bis auf Tottenham-Leihgabe und Torhüter Heurelho Gomes, der mit einem Handbruch ausfällt, und Innenverteidiger David Abraham hat sich jedoch keiner als Verstärkung erwiesen. Müller hatte immer betont, dass bei einem Abstieg alle Verträge weiterlaufen – bis auf de von Tim Wiese. Den Ex-Nationaltorwart, der als größter Transferflop in die fünfjährige Erstliga-Geschichte der Hoffenheimer eingehen wird, kann die TSG bei einem Abstieg von der Gehaltsliste streichen. Gisdol will sich indes vor dem Saisonfinale bei Borussia Dortmund nicht mehr zu Personalien äußern.

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