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Holtby und Co. in den Fußstapfen der Gold-Generation

VonErik Roos

Der deutsche Fußball
ist in aller Munde – ob ihm auch die Zukunft gehört,
zeigt sich ab heute
bei der U21-EM.

Tel Aviv.Beim Anblick der Feierbiester aus München hat Lewis Holtby Blut geleckt. Konfetti, Bierduschen, ein Pokal in der Hand – genau davon träumt der Kapitän der deutschen U21-Fußball-Nationalmannschaft vor dem EM-Auftakt heute auch. „Man hat gesehen, wie schön es ist, wenn alle zusammen feiern. Ich hoffe, dass wir das auch können. Jeder Spieler träumt davon, einen Pokal hochzuhalten“, sagt der 22-Jährige vor dem Turnier in Israel, bei dem Holtby das DFB-Team zum Titel führen will. Es wäre erst der zweite für eine deutsche U21. 2009 hatte die „goldene Generation“ um Mesut Özil und Sami Khedira England im Finale 4:0 gedemütigt und den Grundstein zu Weltkarrieren gelegt.
Nun können Holtby, Patrick Herrmann und Co. in die Fußstapfen ihrer Vorbilder treten. „Wir wollen der Nation und Europa beweisen, dass die deutsche U21 wieder da ist. Ich glaube, dass dieses Potenzial in der Mannschaft steckt“, sagt Tottenham-Profi Holtby. Möglich scheint das durchaus. Nach der verpassten EM 2011 krempelte Trainer Rainer Adrion die deutsche Mannschaft kräftig um, die „neue“ U21 marschierte ohne Niederlage durch die Qualifikation und gilt neben Titelverteidiger Spanien als großer Favorit. „Natürlich wollen wir Europameister werden, das ist unser Traum“, sagte Adrion vor dem Abflug nach Israel: „Nur acht Mannschaften haben es zur EM geschafft, nur die Elite ist durchgekommen. Das gibt automatisch Selbstbewusstsein.“
Dabei schöpft Adrion nicht einmal aus dem Vollen. Julian Draxler, Toni Kroos, Ilkay Gündogan, André Schürrle – sie alle wären spielberechtigt – stehen nach Absprache mit Bundestrainer Joachim Löw aber nicht im EM-Aufgebot. „Das war eine gemeinsame Entscheidung. Auch Mario Götze oder Marc-André ter Stegen hätten ja noch für uns spielen können“, sagt Adrion.
Andere Trainer entschieden anders. Die Niederlande etwa, morgen in Petach Tikva erster Gegner der DFB-Auswahl, haben gleich zwölf Spieler mit A-Erfahrung im Kader, darunter Luuk de Jong von Borussia Mönchengladbach. Auch die späteren Gegner Spanien (9. Juni) und Russland (12. Juni) bringen Prominenz mit: Die Iberer haben Top-Talent Isco vom FC Malaga in ihren Reihen, zudem Torhüter David de Gea (Manchester United) und Leverkusen-Profi Daniel Carvajal. Bei Russland stürmt Alan Dsagojew von ZSKA Moskau, immerhin dreimaliger Torschütze bei der „großen“ EM 2012, die in Polen und der Ukraine ausgetragen wurde.

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