Nordkurier.de

„Ich mache jetzt so ziemlich das, worauf ich Bock habe“

Tommy Haas zeigt wieder Engagement – auf und neben dem Court. [KT_CREDIT] FOTO: Caroline Seidel
Tommy Haas zeigt wieder Engagement – auf und neben dem Court. [KT_CREDIT] FOTO: Caroline Seidel

Nach achtjähriger Abstinenz schlägt Tommy Haas wieder im Düsseldorfer Rochusclub auf. Der 35-Jährige ist das Zugpferd bei der Premiere des Power Horse Cup und Favorit auf den Titel. Im Interview erklärt Haas seine Rolle als Publikumsliebling.

Herr Haas, Sie haben erst vor zwei Wochen das Turnier in München gewonnen. Haben Sie Ihren 14. Tour-Titel überhaupt feiern können?
Das ist immer ein Problem in diesem Turnierrhythmus. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie sich Rafael Nadal fühlt, der fast jede Woche eine Trophäe hochhält und gleich wieder zum nächsten Turnier muss.

Hunderte Fans beim
Training, ein ausverkaufter Platz beim Doppel. Haben Sie eine Erklärung, warum Sie auch hier in Düssel-
dorf der Publikumsliebling sind?
Ach, ich schaue gar nicht darauf, ob ich der Publikumsliebling bin. Ich komme einfach gerne zurück nach Deutschland und spiele hier alle Turniere gerne. Generell habe ich ja ganz gutes Tennis in der letzten Zeit gespielt, vielleicht denken sich auch die Leute: Hey, wer weiß, wie lange der Tommy hier noch mitspielen kann.

Auch international stehen Sie hoch im Kurs und werden von den Turnierveranstaltern oft auf den großen Plätzen angesetzt ...
Das kommt immer darauf an, wo man gerade ist und gegen wen man spielt. Aber ich hatte immer schon das Gefühl, dass mich die Fans unterstützen. Alle Fans wissen, dass ich oft verletzt war, und sie sehen, dass ich mich immer wieder zurückgekämpft habe, lange Wege gehe und nie aufgegeben habe. Das motiviert mich und macht Riesenspaß, vor Publikum zu spielen. Ich bin keiner für Platz 14 und fünf Zuschauer.

Sie sind jetzt 35 Jahre alt und gewinnen noch immer Turniere. Wie lange dürfen die Fans Sie noch auf der Tour bewundern?
Ich bin in einer Situation, die ich nutzen möchte, um noch einmal so viele Plätze wie möglich zu sehen. Ich weiß, irgendwann ist der Profisport für mich vorbei, daher mache ich so ziemlich das, worauf ich Bock habe.
Spielen Sie auch noch einmal Davis Cup?
Das ist immer ein schwieriges Thema. Es ist immer etwas Besonderes, für sein Land zu spielen. Ich habe es lange Jahre gemacht, und wir hatten viele Chancen, ins Finale zu kommen. Leider hat das nie geklappt. Klar habe ich den Gedanken: Mensch, wie wäre es nochmal. Deswegen habe ich das Thema nie wirklich abgehakt. Ich würde nächstes Jahr mit diesem Team noch einmal angreifen.

Mehr zu diesen Themen
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
×