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Immer mehr Teams vor Pleite

VonBenjamin Burkarth

Der deutsche Frauenfußball wird von Finanzproblemen erschüttert. Neben dem insolventen SC Bad Neuenahr sind etliche weitere Bundesligisten in finanzieller Schieflage.

Frankfurt/Main.Während der VfL Wolfsburg mit der finanziellen Unterstützung des VW-Konzerns von Erfolg zu Erfolg eilt, kämpfen in der Frauenfußball-Bundesliga die Traditionsvereine ums Überleben. Die insolventen Klubs SC Bad Neuenahr und FCR Duisburg sind nur die prominentesten Beispiele, zahlreiche Vereine haben mit finanziellen Problemen zu kämpfen. „Natürlich machen mir diese Dinge Sorgen, aber die Problematik auf den Frauenfußball zurückzuführen, halte ich für leichtfertig. Es ist für jeden Verein schwierig. Auch im Männerfußball“.
Die Diskrepanz zur Situation bei der Wolfsburgerinnen, die in dieser Saison das historische Triple gewonnen haben, bereitet allerdings auch der 61-Jährigen Sorge. Sie hofft weiter, dass andere Konzerne durch das Beispiel Wolfsburg auf den Frauenfußball aufmerksam werden und sich dort ebenfalls verstärkt engagieren.
Die derzeitige Realität sieht hingegen anders aus. Duisburg und Bad Neuenahr haben in dieser Saison einen Insolvenzantrag gestellt, der Hamburger SV musste sich zurückziehen, und in Sindelfingen haben schon in der Winterpause der Co-Trainer und fünf Spielerinnen den VfL aus „wirtschaftlichen Gründen“ verlassen.
Auf die Hilfe eines Konzerns der Größenordnung von VW kann keiner dieser Klubs bauen. „Wenn morgen ein Investor käme und würde 500000 Euro auf den Tisch legen, könnte wir uns der Sorgen entledigen“, sagte SC-Präsidiumsmitglied Herbert Kommer.
Sollte ein Insolvenzverfahren mangels Masse abgelehnt oder vor Ende des laufenden Spieljahres bis zum 30. Juni 2013 eröffnet werden, würde Bad Neuenahr in die 2. Bundesliga zwangsabsteigen. Für den Klub ist es die Chance, sich sportlich neu aufzustellen. Allerdings muss er das ohne die wichtigsten Akteure schaffen.

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