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Kiel plant am Ende einer Ära das Tripel

VonOliver Mucha

Beim THW herrscht Abschiedsstimmung: Omeyer, Narcisse, Ahlm und Ilic verlassen den Klub im Sommer. Das Quartett will sich mit einem weiteren Titel auf den Weg machen.

Köln.Drei Champions-League-Siege, fünf deutsche Meisterschaften, sechs Pokalerfolge: Der ehemalige Welthandballer Thierry Omeyer hat in sieben Jahren beim THW Kiel seine ohnehin schon bemerkenswerte Titelsammlung eifrig vergrößert.
Am Saisonende wird der Weltklassetorhüter den deutschen Rekordmeister verlassen. Ebenso wie sein französischer Landsmann Daniel Narcisse, Kapitän Marcus Ahlm und Momir Ilic.
Das Quartett will sich standesgemäß verabschieden: Mit dem erneuten Triumph in der europäischen Königsklasse. „Titel sind immer noch das Größte für mich. Wenn du einmal etwas gewonnen hast, entwickelt sich eine Sucht und du willst immer mehr“, sagt der 36-jährige Omeyer vor dem Final-Four-Turnier der Champions League am Wochenende in der seit Wochen mit 20000 Zuschauern ausverkauften Arena in Köln. Der zweimalige Olympiasieger geht mit Kiel als Titelverteidiger an den Start, die Rekordjäger des THW könnten daher einen neuen Eintrag in die Handball-Geschichtsbücher schaffen. Bisher ist es nur dem FC Barcelona gelungen, das Triple aus Meisterschaft, Pokal und Champions League zwei Jahre in Serie (1997 und 1998) zu gewinnen.
THW-Erfolgstrainer Alfred Gislason sieht in der bevorstehenden Trennung von vier Topspielern sogar einen kleinen Vorteil für das Final Four. „Natürlich wollen sich diese vier mit einem weiteren Titel aus Kiel verabschieden – was eine zusätzliche Motivation sein kann“, sagte der Isländer im Interview mit der Handballwoche vor dem Halbfinale am Sonnabend
(18 Uhr/Eurosport) gegen den Nordrivalen HSV Hamburg. Der zweite Finalteilnehmer wird zwischen dem polnischen Meister KS Vive Targi Kielce und Barcelona ermittelt.
Kiel scheint aber auch für die Zeit nach dem Final Four gerüstet. Bei der Party am 8. Juni auf dem Kieler Rathausplatz dürften zwar bei Omeyer (zu Montpellier AHB), Narcisse (Paris St. Germain), dem Serben Ilic (wohl zu Veszprem), dem Schweden Ahlm (Karrierende) und den THW-Fans einige bittere Abschiedstränen fließen, doch steht der Ersatz nach dem Ende einer Ära schon bereit. „Wir haben mit Johan Sjöstrand, Wael Jallouz und Rasmus Lauge Schmidt bereits alle frei werdenden Positionen ambitioniert besetzt, den anstehenden Verjüngungsprozess realisiert und freuen uns auf den THW Kiel der Zukunft“, sagte Geschäftsführer Klaus Elwardt.
Doch zuvor will nicht nur der dreimalige Weltmeister Thierry Omeyer seine Titelsammlung mit dem THW weiter aufpolieren. „Wir fahren nach Köln, um zu gewinnen“, meinte Omeyer gewohnt selbstbewusst.
Und um sich gebührend zu verabschieden.

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