Löw-Elf drohen Blitz, Donner und ein unbequemer Gegner

Bundestrainer Joachim Löw (Mitte) tritt morgen mit einer B-Mannschaft gegen Ecuador an. [KT_CREDIT] FOTO: Thomas Eisenhuth
Bundestrainer Joachim Löw (Mitte) tritt morgen mit einer B-Mannschaft gegen Ecuador an. [KT_CREDIT] FOTO: Thomas Eisenhuth

VonJens Mende

Ohne die Nationalspieler des FC Bayern und von Borussia Dortmund muss die Nationalmannschaft morgen in Florida gegen Ecuador ran. Der Gegner ist stärker als sein Ruf.

Miami.Nachmittagssonne, mögliche Gewitter und ein aufstrebender Gegner mit großer Motivation: Nach dem deutschen Fußball-Kracher von Wembley stehen Joachim Löw und seine zweite Auswahl-Garde vor einer ungemütlichen Aufgabe. Testspiel-Kontrahent Ecuador rangiert auf Rang zehn der Weltrangliste und ist extremes Wetter gewöhnt. „Das ist ein Heimspiel für Ecuador. Das sind ihre Bedingungen“, warnte Bundestrainer Löw vor dem Spiel seiner mit vier Länderspiel-Neulingen und zahlreichen Nachrückern aufgefüllten Nationalmannschaft morgen in Florida. Löw weiß um die komplizierte Aufgabe im FAU-Stadion in Boca Raton, in dem es weder für Spieler noch für Zuschauer einen Schutz gegen die knallende Sonne oder Blitz und Regen gibt. Die Anstoßzeit um 14.30 Uhr hat das Fernsehen diktiert, um zur deutschen Prime Time möglichst viele Zuschauer vor die TV-Geräte und Leinwände zu locken. Dafür füllt der Deutsche Fußball-Bund (DFB), der sich die nationalen Fernsehrechte für das Spiel gegen Ecuador und auch für die Partie am 2. Juni gegen die USA gesichert hat, auch seine Kasse. Rund acht Millionen Euro kassiert der Verband für die Übertragung der beiden Länderspiele abzüglich der Produktionskosten für das TV-Signal.
Der DFB-Chefcoach ließ im Training den Ablauf und die Bedingungen des erst zweiten Aufeinandertreffens mit Ecuador simulieren. Trotz der „ein bisschen beschwerliche Bedingungen“, wie Leverkusens Mittelfeldmann Lars Bender nach den Hitzeproben auf dem Gelände der Barry University feststellte, will sich der aus der Personalnot durch 15 verhinderte Nationalspieler geborene Reisekader beweisen. Die Meteorologen haben zur Spielzeit 29 Grad und Gewitter vorausgesagt. „Die Spieler, die hier dabei sind, machen das mit großer Freude“, erklärte Löw nach der Eingewöhnungsphase in den USA. „Wir haben uns gut akklimatisiert. Die Spieler sind mit Leidenschaft bei der Sache. Man spürt, dass sie ihre Chance nutzen wollen.“ Der zukünftige Mönchengladbacher Max Kruse soll als Länderspiel-Neuling in der Startelf stehen. Im zentralen offensiven Mittelfeld könnte dafür der Bremer Aaron Hunt nach fast drei Jahren Nationalmannschafts-Pause wieder von Beginn an auflaufen. Der Dortmunder Kevin Großkreutz kann wegen einer Fußprellung nicht in die USA nachreisen. „Von einer Resterampe zu sprechen, ist respektlos gegenüber den Jungs, die hier sind. Das haben sie nicht verdient“, sagte Lukas Podolski. Mögliche Aufstellung: Adler – Höwedes, Mertesacker, Westermann, Jansen – Lars Bender, Reinartz – Schürrle, Hunt, Podolski – Kruse.

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