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Nach dem DFB-Urteil: Dynamos kämpfen gegen die Zeit

Fans von Dynamo Dresden, hier beim Pokalspiel gegen Hannover 96, sorgen immer wieder für Ärger.  FOTO: Peter Steffen
Fans von Dynamo Dresden, hier beim Pokalspiel gegen Hannover 96, sorgen immer wieder für Ärger. FOTO: Peter Steffen

VonNikolaj Stobbe
undThomas Wolfer

Dynamo Dresden gibt sich im Kampf um die Pokalteilnahme noch nicht geschlagen.

Dresden.Das Pokal-Aus ist besiegelt, am Wochenende droht die Abstiegs-Relegation: Dynamo Dresden erlebt derzeit eine der schwärzesten Wochen seiner Klubgeschichte. Zumindest den Ausschluss aus dem DFB-Pokal will der Fußball-Zweitligist womöglich vor einem ordentlichen Gericht anfechten, allerdings läuft den Sachsen die Zeit davon.
Nach der Bestätigung des drakonischen Urteils durch das Ständige Schiedsgericht brachte Klub-Ikone Hans-Jürgen „Dixie“ Dörner die Stimmung auf den Punkt. „Ich bin enttäuscht, weil ich gedacht habe, dass Dynamo im Pokal noch einmal eine Chance bekommt“, sagte der Ehrenspielführer. Der Tabellen-16. kündigte an, in seinen Gremien das weitere Vorgehen zu prüfen. Zunächst wolle man abwarten, bis die schriftliche Begründung des Schiedsgerichtes auf dem Tisch liegt. Das kann ein bis zwei Wochen dauern.
Allerdings drängt die Zeit, denn schon im kommenden Monat soll die Auslosung zur 1. Pokalrunde (Anfang August) stattfinden. Derweil konnte der DFB bislang noch keine Mannschaft bestimmen, die für den achtmaligen DDR-Meister im Pokal nachrückt. Beste Chancen haben der Fünftplatzierte der
3. Liga und der Verlierer im Endspiel um den sächsischen Landespokal. Die erste Runde mit 64 Vereinen besteht in der Regel aus den Teams der Ersten und Zweiten Liga, den vier besten Klubs der Dritten Liga sowie den 21 Landespokalsiegern plus weiteren drei Teams aus den stärksten Landesverbänden. Für den DFB wäre der Gang vor ein ordentliches Gericht ein Affront. Mit Sport-, Bundes- und Ständigem Schiedsgericht bietet die Zentrale in Frankfurt drei Instanzen an, vor denen der Fall verhandelt wurde. Das sollte reichen. Ein Ausscheren aus der Sportgerichtsbarkeit würde die Autorität des Verbandes untergraben, vor allem dann, wenn weitere Klubs dem Beispiel Dresdens folgen.
Eine weitere Möglichkeit innerhalb der Sportgerichtsbarkeit bleibt Dynamo allerdings nicht. Mit dem Urteil des Ständigen Schiedsgerichtes, das den Pokal-Ausschluss für die Saison 2013/14 wegen erneuter Krawalle so genannter Fans bestätigte, ist die letzte Entscheidung gefallen. Den Weg zum CAS, dem Internationalen Sportgerichtshof in Lausanne, der in Streitigkeiten mit dem Weltverband FIFA und der Europäischen Fußball-Union (UEFA) durchaus als Instanz angerufen werden kann, sieht das deutsche Verbandsrecht nicht vor. Sonderlich gut sind die Aussichten auf Erfolg vor einem ordentlichen Gericht für den Traditionsverein nicht. Zuständig wäre in dem Falle das Oberlandesgericht Frankfurt/Main, das lediglich zu prüfen hätte, ob der
Sportgerichtsbarkeit formal grobe Fehler nachzuweisen sind.
So wie es derzeit aussieht, muss Dynamo Dresden den Pokalwettbewerb abhaken. Finanziell ein herber Verlust, gibt es allein in der ersten Runde 125 000 Euro Antrittsgeld plus Zuschauereinnahmen. Erschwerend hinzu kommt, dass die Mannschaft von Trainer Peter Pacult am Sonntag noch den bitteren Gang in die Abstiegsrelegation antreten muss, falls man nicht noch am letzten Spieltag Erzgebirge Aue in der Tabelle hinter sich lässt.

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