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Nach dem Pott jetzt der Weltmeister-Titel!

Bayern und Dortmund: Das Finale in Wembley wird zum deutschen Fußball-Festtag. Auch Dortmunds Neven Subotic fiebert diesem Spiel entgegen. [KT_CREDIT] FOTO: B. Thissen
Bayern und Dortmund: Das Finale in Wembley wird zum deutschen Fußball-Festtag. Auch Dortmunds Neven Subotic fiebert diesem Spiel entgegen. [KT_CREDIT] FOTO: B. Thissen

VonJens Mende
undKlaus Bergmann

Das deutsche Finale in Fußball-Europa sorgt für Stolz und Euphorie in der schwarz-rot-goldenen Kicker-Gemeinde. Dass endlich Erzrivale Spanien abgehängt wurde, sei kein Zufall. Für eine wirkliche Wachablösung soll nun Bundestrainer Löw sorgen.

Berlin/Barcelona.Der deutsche Fußball rüttelt kräftig am spanischen Thron – und selbst die Bundeskanzlerin hat schon die Vorfreude auf das Traumfinale in Europas Königsklasse zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund ergriffen. „Ich freue mich. Denn eines ist sicher: Deutschland gewinnt“, schrieb die begeisterte Angela Merkel auf ihrer Facebook-Seite. Für eine große und wirkliche Wachablösung muss danach Joachim Löw sorgen.
Der Bundestrainer sieht in dem deutschen Champions-League-Endspiel in gut drei Wochen in London einen weiteren Beschleuniger für den positiven Trend. „Wir alle sind sehr glücklich mit dieser Konstellation, die den gesamten deutschen Fußball, aber auch jeden einzelnen Spieler in seiner Entwicklung weiter voranbringt“, erklärte DFB-Chefcoach Löw, dem die Erfolge der Bundesliga-Clubs aber auch knifflige Missionen bescheren.
Kurzfristig muss Löw am 22. Mai mit einer Notmannschaft zu zwei Testländerspielen zum Saisonende in die USA reisen, da seine wichtigsten Spieler um Europas Krone streiten. Mittelfristig steht er noch mehr in der Pflicht, den internationalen Höhenflug der Münchner und Dortmunder bei der WM im kommenden Jahr in Brasilien mit seinen Nationalspielern in einen Titel zu verwandeln.
„Leider haben wir mit der Nationalmannschaft noch keinen Titel“, bemerkte Bayern- und DFB-Torwart Manuel Neuer und ergänzte: Dass zwei deutsche Clubs nun im Champions-League-Finale stehen, „ist kein Zufall“. Mit Blick auf die WM 2014 würde das Endspiel den Nationalspielern „enorm wertvolle Erfahrungen“ bringen, „die für ein erfolgreiches Abschneiden beim Turnier in Brasilien notwendig sind“, meinte DFB-Sportdirektor Robin Dutt. Für Dutts Vorgänger Matthias Sammer ist der weltweit anerkannte und mit dem Champions-League-Erfolg nun belohnte Wandel auch Bestätigung für Kurskorrekturen, nachdem der deutsche Spitzenfußball nach drei Welt- und Europameistertiteln in ein tiefes Loch gerauscht war. „Es ist hart gearbeitet worden. In einer schwierigen Phase nach 2000 sind die richtigen Maßnahmen eingeleitet worden. Ich finde es grundsätzlich gut für den deutschen Fußball, dass sich diese harte Arbeit und die Maßnahmen jetzt mal auszahlen – wieder mit einem großen Titel“, sagte Sammer. Von einem neuen Machtverhältnis will der Sportvorstand des FC Bayern aber noch nicht sprechen. „Mit Wachablösung ein bisschen langsam“, mahnte Sammer. „Das ist eine vorübergehende Bestandsaufnahme. Die Spanier werden sich ärgern und aufrüsten“, erklärte auch der ehemalige DFB-Teamchef Franz Beckenbauer. Das bestätigte Barca-Star Xavi: „Das muss man erst einmal über zwei, drei Jahre sehen.“

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