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Nach Flensburg-Thriller lebt der große Traum

Hamburg.Johannes Bitter humpelte am späten Sonntagabend durch den Kabinentrakt der Hamburger Arena. Doch er strahlte über das ganze Gesicht. Mit seinen Paraden hatte der Nationalkeeper a.D. seinem Team soeben die zweite Teilnahme am Final Four der Champions League nach 2011 gesichert. Die Schmerzen am rechten operierten Knie? Egal. Die 23:25-Niederlage gegen Flensburg? Vergessen. Bitter war in Gedanken schon bei der Halbfinal-Auslosung am Donnerstag. „Mir ist es scheißegal, wie das Spiel ausgegangen ist. Wir haben ein großes Ziel erreicht. Der Traum lebt“, sagte Bitter nach der Zitterpartie seiner Mannschaft gegen den Bundesliga-Rivalen. Obwohl der HSV zehn Minuten vor dem Ende gegen die SG Flensburg-Handewitt noch mit 16:23 zurückgelegen hatte und zwischenzeitlich der Viertelfinal-K.o. drohte, reichte das Sechs-Tore-Polster aus dem Hinspiel (32:26). Bitter sei Dank. „Was Jogi in der entscheidenden Phase gehalten hat, war ganz stark. Vorher war es nicht unbedingt sein Spiel, aber als es drauf ankam, war er da“, lobte HSV-Trainer Martin Schwalb. In seinem siebten Jahr bei den Hanseaten träumt Bitter aber vom ganz großen Wurf – dem ersten Titel in der Königsklasse. „Wenn ich könnte, dann würde ich mir im Halbfinale Kielce wünschen. Das ist der vermeintlich leichteste Gegner“, sagte Bitter. Weitere mögliche Kontrahenten in der Runde der letzten Vier am 1. Juni sind neben dem polnischen Meister der achtmalige Champions-League-Sieger FC Barcelona und der Titelverteidiger THW Kiel. Das Finale wird am 2. Juni ausgetragen. Nach der bislang eher durchwachsenen Saison mit aktuell Platz fünf in der Liga und dem Halbfinale-Aus im Pokal (25:26 nach Verlängerung gegen Flensburg) brennen die Hamburger auf einen Triumph in der Königsklasse.

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