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Nervenschlacht am Fahrstuhl: Vier Teams in Abstiegsangst

Augsburgs Sascha Mölders (Mitte) und die Fans hatten in der Rückrunde schon 21 Punkte zu feiern. [KT_CREDIT] FOTO: Stefan Puchner
Augsburgs Sascha Mölders (Mitte) und die Fans hatten in der Rückrunde schon 21 Punkte zu feiern. [KT_CREDIT] FOTO: Stefan Puchner

VonUlrike John

Unerwartete Absteiger gab es schon öfter in der Fußball-Bundesliga – erwischt es diesmal Werder Bremen? Große Hoffnungen macht sich Augsburg nach zuletzt starker Serie.

Frankfurt/Main.Rette sich wer kann! Der Abstiegskampf in der Fußball-Bundesliga gerät zum Nervenspiel. Bei Fortuna Düsseldorf sorgte eine Rangelei im Training für Aufsehen, Bremen muss nach seinem Absturz nun am drittletzten Spieltag ausgerechnet gegen Verfolger 1899 Hoffenheim ran. „Krieg“, twitterte Werder-Stürmer Kevin de Bruyne im Unverstand über das bevorstehende Kellerduell. Bei der TSG sind Tabelle und Spekulationen über den Klassenverbleib ein Tabu-Thema. Am coolsten aber wirken derzeit die „Stehaufmännchen“ des FC Augsburg.
Die Angst geht vor allem in Bremen um. Zumal es in den vergangenen Jahren immer mal wieder einen etablierten Club erwischt hat: 2005 den VfL Bochum in seiner UEFA-Cup-Saison, 2008 den 1. FC Nürnberg, 2010 den Hauptstadt-Club Hertha BSC und 2011 Eintracht Frankfurt nach einem siebten Platz zur Winterpause. Trotz zuletzt zehn Begegnungen ohne Sieg baut Werder in Nibelungentreue darauf, dass Trainer Thomas Schaaf das Unheil noch abwenden kann. Ein Abstieg des vierfachen deutschen Meisters, des Bundesliga-Gründungsmitglieds, das nur 1980/81 nicht erstklassig spielte, wäre die wohl größte Sensation dieser Spielzeit.
Größte Anspannung herrscht auch in Düsseldorf. Bei der Fortuna gingen bereits zum dritten Mal in den vergangenen Wochen Spieler im Training aufeinander los – dieses Mal waren es Nando Rafael und Adam Bodzek. „Diese wohltuende, gesunde Aggressivität war nicht mehr gesund“, sagte Trainer Norbert Meier. „Es ist doch gut, wenn es Feuer gibt. Jeder will spielen und seinen Teil zum Klassenerhalt beitragen“, meinte Ken Ilsö. Und Angreifer Robbie Kruse lieferte die dritte Erklärung in der sportlich so prekären Situation: „Die Jungs sind frustriert, da kann so was schon mal vorkommen.“ Hoffenheim hat als Tabellenvorletzter zwar die derzeit schlechtesten Karten, unter Markus Gisdol aber enorme spielerische Fortschritte gemacht. Der neue Trainer will auch nur über Fußball reden und sich erst gar nicht verrückt machen lassen: „Seit ich hier bin, habe ich nicht vom Abstiegskampf gesprochen.“ Die Augsburger hatten in der Winterpause viele schon Experten ebenso wie die SpVgg Greuther Fürth abgeschrieben, doch mit 21 Punkten in der Rückrunde legte die Mannschaft von Trainer Markus Weinzierl eine furiose Aufholjagd hin und ist als Drittletzter auf dem Relegationsplatz nun sogar punktgleich mit Düsseldorf. „Wir bleiben in der Klasse, das ist klar. Wie – das werden wir sehen“, sagte Verteidiger Jan-Ingwer Callsen-Bracker.

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