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Neuanfang in Torgelow: Wie tief fallen die Greifen?

VonAndy Bünning

Eine emotionslose Leistung bieten TSV-Kicker zum Abschied aus der Regionalliga in der Gießerei-Arena gegen Union II. Nach dem Abstieg geht es jetzt um die Zukunft des
Torgelower Fußballs.

TORGELOW.Am Sonnabend um 15.19 Uhr war das Kapitel Regionalliga beim Torgelower SV Greif sportlich beendet. In der Gießerei-Arena verlor die Mannschaft von Trainer Franz-Aaron Ullrich ihr letztes Punktspiel gegen die Reserve von Union Berlin mit 0:3.
Die Torgelower boten den 100 Zuschauern eine emotionslose Leistung an. Dabei verhinderte Torwart André Greulich durch gute Paraden eine noch höhere Niederlage. Greif beendet somit das Abenteuer Regionalliga mit nur 13 Zählern und einem Scherbenhaufen, der wohl nicht so schnell wieder zu kitten ist. Nur in wenigen Momenten hatte der SV Greif Regionalliga-Niveau bewiesen.
„Es ist zu viel Unruhe im Umfeld gewesen. Das ist nicht förderlich, um auf hohem, Level Fußball zu spielen“, betonte Co-Trainer Andreas Hase. Er redete in der Pressekonferenz Klartext: „Einige Spieler haben heute ihr wahres Gesicht gezeigt. Diese haben nicht unterstrichen, dass sie Regionalliga-Niveau haben.“
Zum sportlichen Desaster „gesellt“ sich bei den Vorpommern noch ein Schuldenberg von rund 200000 Euro. Seit einigen Wochen läuft daher bei Greif Torgelow die Plan-Insolvenz. Daraus ergibt sich die spannende Frage bei allen Fans: Wie und besonders in welcher Liga geht es weiter mit dem Torgelower Fußball? „Wir wollen Mitte Juni entscheiden, in welche Richtung wir gehen. Ob es die Oberliga sein wird oder die Verbandsliga, hängt von unserer wirtschaftlichen Situation ab“, erklärt Vize-Vorstandsmitglied Uwe Wieland.
Viele Fans vermuten, dass Greif in der Verbandsliga einen Neustart machen wird. „Ich würde die Greifen gerne in der Oberliga sehen“, hofft dagegen Frank Maßloch vom Fanclub „Torgelower Jungs“. Sollte es aber doch nur die sechste Liga werden, will er dem Verein trotzdem treu bleiben. Ähnlich sieht es Greif-Fan Herbert Petermann, der vor dem Spiel gegen Union zusammen mit Frank Maßloch Marcin Mista als besten Saisonspieler mit einem Pokal ehrte.
Mista war einer der wenigen Lichtblicke in der Greif-Elf. Ob er bleibt, ist noch offen. Klar ist dagegen, dass sich das Gesicht der Mannschaft in der nächsten Saison deutlich ändern wird. „Wir werden sehr wenige Spieler wiedersehen, die heute auf dem Rasen standen“, sagte Uwe Wieland. Was aus Trainer Franz-Aaron Ullrich wird, ist noch nicht ganz klar. „Es gab noch keine Gespräche. Momentan denke ich, dass es bei Greif nicht weitergeht“, erklärt der 27-Jährige. Sein Amt soll Tomasz Grzegorczyk übernehmen. Der Pole bringt dann wohlmöglich den einen oder anderen Spieler mit.
Zu einem Abschiedsspiel treffen indes heute um
18 Uhr in der Gießerei-Arena der TSV Greif und der polnische Drittligist Drawa Pomorski aufeinander. Übrigens: Bei Greif laufen Gespräche mit einem Bundesligisten, um ein Benefizspiel in Torgelow durchzuführen, damit durch den Erlös ein Teil der Schuldenlast abgebaut werden kann.
Greif: Greulich – Fomin, Key-
ser, Jager, Freyer – Stoeter – Kazak (82. Golebiewski), Hegert, Köpnick – N’Diaye, Gajewski (57. Oumari)

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