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Noch ein Sieg bis zur WM

Will zurück an die großen Profi-„Fleischtöpfe“: Jürgen Brähmer. [KT_CREDIT] FOTO: Christian Charisius
Will zurück an die großen Profi-„Fleischtöpfe“: Jürgen Brähmer. [KT_CREDIT] FOTO: Christian Charisius

VonGert Glaner

Jürgen Brähmer muss für seine Titel-Chance heute den Franzosen Averlant bezwingen. Im zweiten Hauptkampf will sich der ehemalige Amateur-Weltmeister Culcay für ein großes Titelduell empfehlen.

Hamburg.Box-Europameister Jürgen Brähmer kehrt an die Wiege seiner Profikarriere zurück. Der 34 Jahre alte Halbschwergewichtler möchte sich heute Abend in der Sporthalle Hamburg, in der er 1999 seinen ersten Kampf bestritt, in seinem nunmehr
42. Fight für eine erneute WM qualifizieren. „Ich will diesen Kampf gewinnen, um den EM-Titel zu behalten, aber auch, um die Chance auf den WBO-WM-Titel zu wahren“, sagte der Schweriner vor seiner Titelverteidigung gegen den Franzosen Tony Averlant.
Der einst als Jahrhunderttalent gepriesene Mecklenburger darf sich so etwa als letzter Mohikaner fühlen. Den Universum-Stall, der ihn und viele andere Boxer groß gemacht hat, gibt es längst nicht mehr. Schlitzohr Brähmer ist aber nicht mit untergegangen und als einer der ganz wenigen noch dick im Geschäft. Beim Rivalen Sauerland und mit höchstem Anspruch. „Ich habe unterschrieben, weil ich wieder Weltmeister werden will. Deshalb boxe ich“, sagte der Rechtsausleger. Zum Einstand nahm Brähmer seinem Stallgefährten Eduard Gutknecht im Februar gleich den EM-Gürtel ab, den er selbst schon 2009 besaß. Glanzvoll fiel der Auftritt nicht aus, aber das war nach zehnmonatiger Ringpause auch nicht zu erwarten. Mittlerweile ist der letzte Rost aber ab. „Ich bin aus mentaler und sportlicher Sicht topfit“, versprach der Schützling von Karsten Röwer vor dem Duell mit dem nicht eben Angst einflößenden Herausforderer. Averlants Bilanz mit 18 Siegen aus 27 Kämpfen, darunter nur 4 K.o., macht einem wie Brähmer keine Angst. Dennoch gelobt der Titelverteidiger volle Konzentration. „Ich werde mir keine Pausen erlauben können“, sagte der gebürtige Stralsunder. Sollte das gelingen, stünde aller Voraussicht nach noch in diesem Jahr ein WM-Kampf gegen WBO-Champion Nathan Cleverly an. Beide sollten sich bereits 2011 gegenüberstehen. Brähmer sagte aber verletzungsbedingt ab. Die WBO entzog dem Deutschen daraufhin den WM-Gürtel und sprach ihn kampflos dem Waliser zu, der ihn seitdem nicht mehr hergab und zuletzt am 23. März gegen Robin Krasniqi aus München verteidigte.
Im Schlepptau von Brähmer setzt der Hamburger Jack Culcay seinen Titel als Interkontinental-Meister der WBA im Halbmittelgewicht aufs Spiel. Der 25 Jahre alte ehemalige Amateur-Weltmeister trifft auf den Argentinier Guido Pitto, der auf 17 Siege in 18 Kämpfen verweist. „Das wird sehr schwer für Jack“, meinte Promoter Kalle Sauerland. Culcay will schon im Fight danach um die Europameisterschaft kämpfen. „Pitto ist einer der Besten, die ich je in die Hände bekommen habe“, meinte Culcay, der von Meistertrainer Fritz Sdunek sekundiert wird.

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