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Poldis Seitenhieb trifft den Manager

Lukas Podolski (rechts) feiert eines seiner beiden Tore mit Joachim Löw. [KT_CREDIT] FOTO: Thomas Eisenhuth
Lukas Podolski (rechts) feiert eines seiner beiden Tore mit Joachim Löw. [KT_CREDIT] FOTO: Thomas Eisenhuth

Boca Raton.Sein Blitz-Einschlag ins Geschichtsbuch des deutschen Fußballs machte Lukas Podolski wieder froh. Nachdem er vor den Augen seiner Frau Monika und seines Sohnes Louis das schnellste Tor der deutschen Länderspiel-Historie erzielt hatte, trat er mit breitem Grinsen aus den Katakomben, um den Hals ein Schal „seines“ 1. FC Köln.
Doch eines hatte er noch auf dem Herzen: Er wollte Oliver Bierhoff einen Seitenhieb verpassen. Dessen Aussagen („Ein Jahr des Stillstands“) wollte der 27-Jährige nicht akzeptieren. Und anscheinend wollte er nach seinem Doppelpack beim 4:2 (4:1) gegen Ecuador in Boca Raton verhindern, dass sein Kritiker nun für eine erfolgreiche Sondermotivation gefeiert wird. „Jeder darf Kritik äußern, das gehört dazu. Aber wichtig ist, dass sie von Personen kommt, die täglich mit mir arbeiten – wie den Trainern“, sagte „Poldi“
Im Klartext: Teammanager Bierhoff habe die Kritik nicht zugestanden. An den als Anstachelung gedachten Worten des Managers habe es jedenfalls nicht gelegen, dass er nach dem Anstoß den Ball eroberte und acht Sekunden später traf. „Man muss mich nicht anstacheln“, sagte Podolski bestimmt und ein bisschen trotzig.
Zumal Bierhoff die Kritik offenbar nicht persönlich, sondern nur über die Medien geäußert hatte. Erst durch Journalisten habe er davon erfahren, erklärte Podolski, er sei „ein bisschen überrannt worden“ und habe deshalb erst ausweichend und vermeintlich gleichgültig reagiert. Doch es brodelte in ihm. Zunächst schoss er sich den Frust von der Seele, dann ließ er ihm – geschickt verpackt – verbal freien Lauf.
Erst danach konnte er endlich seinen Tag genießen – jenen Tag, an dem er durch sein 109. Länderspiel zum alleinigen Dritten unter den Rekordspielern geworden war und mit seinem 45. und 46. Tor Karl-Heinz Rummenigge von Rang sechs bei den Rekordschützen verdrängt hatte. Seine Motivation hatte auf der Tribüne des Stadions gesessen. Und auch das lag Podolski am Abend noch am Herzen: „Danke Monika und Louis“, schrieb er auf seiner Facebook-Seite.

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