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Preisfrage: Wie ernst nehmen die Hansa-Profis das Finale?

VonHans Puckmann

Für die Rostocker kommt das Landescup-Endspiel zu einem unpassenden Termin. Dennoch möchte der Drittligist in Neustrelitz das „Preisgeld“ kassieren.

Rostock.Die unbefriedigende Saison, die der Drittligist Hansa Rostock nur auf dem zwölften Tabellenplatz beendete, konnte zwar endlich zu den Akten gelegt werden, doch die Sorgenfalten an der Küste werden nicht kleiner. Der Landesfußballverband Mecklenburg-Vorpommern hat den Antrag des FC Hansa, das Pokalfinale zeitnah am Saisonende der 3. Liga anzusetzen, abgelehnt und beharrt auf einer Austragung am 29. Mai.
Einen Drei-Wochen-Urlaub hätte der eng gestrickte Terminplan den Hanseaten ohnehin nur gestattet, denn die Rostocker wollten am zweiten Juni-Wochenende mit der Vorbereitung auf die neue Saison beginnen. Doch daraus wird nun wohl nichts mehr, denn genau mitten in diese drei Wochen fällt der Endspieltermin.
„Wir werden den Trainingsauftakt nach hinten verschieben müssen, denn ein paar Tage für Urlaub und Regeneration müssen wir den Jungs ja auch geben“, erklärt Manager Uwe Vester, obwohl auch er natürlich weiß: „Sechs Wochen Vorbereitung braucht man mindestens.“
Das gilt insbesondere in diesem Sommer, wo es in der Mannschaft einen großen Umbruch geben und ein neuer Trainer den Drittligisten übernehmen wird. Doch nun muss Hansa sogar später als die meisten Konkurrenten in die Saisonvorbereitung einsteigen. Der FC Hansa ist der einzige Drittligist, der in seinem Landesverband noch „nachsitzen“ muss.
In diesem Jahr jedoch ist der Pokalsieg nun einen sechsstelligen Betrag wert – die Antrittsprämie für die erste Runde im DFB-Pokal. Hinzu könnte noch einmal ein Vielfaches dieser Summe kommen, falls die Auslosung einem namhaften Kontrahenten und damit ein volles Stadion bescheren würde.
Die Spieler planmäßig in den Urlaub schicken und am 29. Mai gegen den Regionalligisten TSG Neustrelitz mit einer B-Elf antreten – kommt für Hansa in dieser Saison also nicht in Frage! Die Clubverantwortlichen entschieden sich für eine professionelle Vorbereitung auf das Pokalfinale. Doch auch in dieser Hinsicht läuft aktuell nicht alles nach Plan. Die starken Regenfälle zu Beginn dieser Woche sorgten dafür, dass alle Rasenplätze im Rostocker Sportforum unter Wasser standen. Nicht nur das Training wurde stark beeinträchtigt – auch das Testspiel gegen den MSV Pampow musste abgesagt werden.
„Eigentlich sollten hier alle Akteure noch einmal Spielpraxis bekommen“, erklärte Marc Fascher. Der scheidende Hansa-Trainer geht dennoch davon aus, dass seine Spieler hoch motiviert in das Pokalfinale gehen: „Es gibt doch nichts Schöneres, als die Saison mit einem Titel zu beenden!“ Hansas namibischer Nationalspieler Manfred Starke wird jedenfalls nicht für sein Heimatland im Testspiel gegen Sambia auflaufen. Der 22 Jahre alte offensive Mittelfeldspieler verzichtete wegen des Landespokalfinales auf einen Einsatz. Ob alle Akteure auf dem grünen Rasen am
29. Mai heiß auf den Cup sind, bleibt fraglich.
Nachdem Fascher bereits den Weihnachtsurlaub gestrichen hatte, weil er auch zwischen den Feiertagen trainieren ließ, müssen die Rostocker Kicker nun auch teilweise auf ihren Sommerurlaub verzichten. Maximal zwei Wochen werden ihnen bleiben. „Am 13. oder 14. Juni müssen wir spätestens mit dem Training beginnen, wenn die Mannschaft am ersten Spieltag eingespielt sein soll“, weiß Uwe Vester.

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