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Rad-Ritter wartet auf Rosa

Sorrento.Noch trägt der Ritter nicht rosa: Sir Bradley Wiggins hat sich beim 96. Giro d'Italia in eine für den Topfavoriten ideale Position geschoben. Zeitgleich mit seinem Team-Kollegen Salvatore Puccio hat er nach dem Erfolg im Team-Zeitfahren von Ischia alle Optionen, nicht aber den frühen Druck des Rosa Trikots. Spätestens am kommenden Samstag müsste es so weit sein: Beim Einzelzeitfahren über 54,8 Kilometer von Gabicce Mare nach Saltara dürfte sich der Olympiasieger im Kampf gegen die Uhr nicht mehr gegen das Maglia Rosa wehren können. Gestern übernahm es der Italiener Luca Paolini nach einem Solo nach Marina di Ascea.
Sowohl Wiggins als auch Sky-Teamchef Dave Brailsford könnten mit ihren Gedanken ohnehin schon sieben Wochen weiter sein – bei der Tour de France. Für Wiggins hatte sein Boss jetzt einen Dämpfer parat. Im Konflikt zwischen dem Vorjahressieger Wiggins und dem designierten Tour-Leader im Sky-Team, Christopher Froome, bezog er klar Stellung: Um Unruhe im Keim zu ersticken, erklärte Brailsford per Teammitteilung Froome ein weiteres Mal zum Team-Kapitän für die Frankreich-Rundfahrt. „Chris ist bei der Tour unser einziger Kapitän.“, hieß es in der schlichten Mitteilung.
Die beiden Sky-Ausnahmefahrer sind sich seit den Pyrenäen-Etappen der vergangenen Tour nicht mehr grün, als Froome die Teamorder zu missachten schien und seinen Kapitän Wiggins zweimal angriff. Die Attacken hatte er vor TV-Kameras regelrecht zelebriert. Beide Fahrer versicherten sich öffentlich ihres Vertrauens. Im Moment sorgt aber nur ein Machtwort Brailsfords für die Reihenfolge zwischen dem von der Queen zum Ritter geschlagenen Wiggins und Froome.

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