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Sanierungsfall Kogge fährt Sparkurs

Hansa hofft auf seine treuen Fans. [KT_CREDIT] FOTO:Archiv
Hansa hofft auf seine treuen Fans. [KT_CREDIT] FOTO:Archiv

VonDirk HartenundGerd Glaner

Nach der Lizenzerteilung
für die Drittliga-Saison muss Hansa weitreichende Maßnahmen ergreifen.

Rostock.Eine Nacht nach der Freude über die Lizenzererteilung haben den Fußball-Drittligisten Hansa Rostock die Sorgen wieder eingeholt. Vorstandschef Michael Dahlmann musste neun Mitarbeitern die traurige Nachricht überbringen, dass es für sie keine berufliche Zukunft mehr im Verein gibt. Die Entlassungen sind nur ein Teil eines Gesamtpaketes, das den finanziell schwer angeschlagenen Verein zukunftssicherer machen soll. „Wir haben in den vergangenen Monaten alles kritisch auf den Prüfstand gestellt, da wir in den vergangenen Jahren deutlich über unsere Verhältnisse gelebt haben“, gestand Dahlmann ein. Dass die angespannte Lage nicht noch bedrohlicher ist, hat Hansa dem FC Bayern München zu verdanken. Das für den 14. Juli geplante Benefizspiel gegen den Champions-League-Sieger spült rund eine Million Euro in die Kasse. „Es gibt keinen besseren Zeitpunkt als jetzt, das Spiel gegen die Bayern zu machen“, sagte Hansas Aufsichtsratschef Thomas Abrokat. Insgesamt sollen 250 000 Euro Personalkosten eingespart werden. Die Marketingabteilung wird aufgelöst.
200000 Euro bringen Einsparungen im Sachkostenbereich. So sollen Energiekosten sinken, die Zahl der Dienstwagen reduziert werden. Der Mannschaftsbus wird samt Fahrer an ein Unternehmen übergehen, das das Gefährt dem Verein 150 Tage im Jahr zur Nutzung überlässt. Die Vergabe von Freikarten wird eingeschränkt. Die Eintrittskarten werden zwei Euro teurer – die erste Verteuerung seit acht Jahren. Im Gegenzug dürfen Kinder bis zu 14 Jahren kostenlos zu den Spielen.
Auch im Lizenzspielerbereich wird eisern gespart. „Wir werden den kleinsten Kader haben, uns aber um hohe Qualität bemühen“, erläuterte der Vorstandsvorsitzende. Von den Spielern, die das Landespokalfinale in Neustrelitz mit 0:3 vergeigt und damit mindestens 100 000 Euro verschenkt haben, will Dahlmann möglichst keinen mehr sehen. Und wenn doch? „Das müsste mir der Sportvorstand sehr gut begründen“, sagte er unmissverständlich.
Bei allem Dilemma gibt es wenigstens eine positive Nachricht. Hansa kann die bis zum 30. September gestundete Steuerschuld in Höhe von rund 1,3 Millionen Euro fristgerecht begleichen.

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