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Schale ist dahoam: Krönung soll in Wembley folgen

Der Bayern-Kapitän Philipp Lahm sitzt auf den Schultern des Torhüters Tom Starke und hält die Meisterschale. [KT_CREDIT] FOTO: Tobias Hase
Der Bayern-Kapitän Philipp Lahm sitzt auf den Schultern des Torhüters Tom Starke und hält die Meisterschale. [KT_CREDIT] FOTO: Tobias Hase

VonMarco Mader

Bierduschen, Autokorso, Marienplatz: Die Münchner Meistersause hatte alles, was das bayerische Herz begehrt. Und doch waren die Meister mit den Gedanken schon weiter – in London.

München.Die Schale stand bereits seit gut sechs Stunden wieder „dahoam“, und die biergeduschten Rekord-Meister hatten den Rathausbalkon längst verlassen, da visierte der FC Nimmersatt schon den nächsten großen Coup an. „Ich sage voller Stolz: Mia san mia steht für den FC Bayern“, rief Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge den 500 Gästen im Münchner Postpalast zu, „so werden wir in zwei Wochen beim Champions-League-Finale antreten.“ Dann zitierte er Erfolgscoach Jupp Heynckes: „Wir wollen nicht mit diesem Pokal aus London zurückkehren, wir werden mit diesem Pokal zurückkehren.“ Die Schale, die 23. deutsche Meisterschaft, der Konfettiregen, die Bierduschen, der Autokorso vorbei an 150000 Menschen und die Party vor 20000 Fans auf dem Marienplatz – all das soll nur eine Ouvertüre gewesen sein für die richtig große Sause. Nach dem großen Endspiel gegen Borussia Dortmund am 25. Mai in London – und mit dem Henkelpott. „Die Schale ist wieder in München, da wo sie hingehört“, rief Kapitän Philipp Lahm den Anhängern abends um halb zehn vom Balkon aus zu, „aber wir wollen noch zwei andere Titel.“ Und Heynckes fügte unter dem Jubel der Anhänger an: „Wir werden alles daransetzen, am 25. das zu erreichen, wovon wir alle träumen.“
Das Triple mit dem auch noch möglichen Triumph im DFB-Pokalfinale am 1. Juni gegen den VfB Stuttgart in Berlin elektrisiert die Bayern – ordentlich gefeiert haben sie ihre 23. Meisterschaft aber dennoch. War der 600. Liga-Heimsieg beim 3:0 (0:0) gegen den FC Augsburg mit den Treffern von Thomas Müller (69.), Xherdan Shaqiri (82.) und Luiz Gustavo (87.) noch ein eher schaler Auftakt, gaben die Spieler nach der Übergabe der „Salatschüssel“ durch Liga- und BVB-Präsident Reinhard Rauball an Lahm um 17.39 Uhr schon etwas mehr Gas. Als ein Sponsor die Drei-Liter-Weißbiergläser auffuhr, spielten sich in der Arena regelrechte Jagdszenen ab. Das erste „Opfer“ war Heynckes, den Anatoli Timoschtschuk stellte und mit Bier übergoss. „Ich habe lieber die Bierdusche genommen, als mir einen Muskelfaserriss zuzuziehen“, sagte der 68-Jährige.
Rummenigge gab vor dem Gang auf den Balkon wegen London das Motto aus: „Ich gebe Vollgas, die Mannschaft feiert bitte mit angezogener Handbremse“. Das aber interessierte viele Spieler bald gar nicht mehr. Arjen Robben gelang es noch auf dem Balkon, den bis dahin trockengebliebenen Sportvorstand Matthias Sammer zu duschen. Kapitän Lahm brachte es auf den Punkt: In zwei, dann in drei Wochen „wollen wir unsere Saison krönen!“ Aus seinen Augen sprach Gier.

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