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Schwimm-Opa: Comeback mit Plauze und großen Zielen

Von dpa-Korrespondent
Jörg Soldwisch

Mark Warnecke war schon immer das, was man positiv verrückt nennt. Jetzt kehrt der Ex-Weltmeister im Alter von 43 Jahren ins Wettkampfbecken zurück.

Essen/Berlin.Vor seinem Comeback sorgt sich Mark Warnecke um banalere Dinge als Schwimmtechniken oder Bestzeiten. „Ich habe noch keine von diesen ultramodernen Badehosen, die muss ich mir von irgendwem schnorren“, sagt Warnecke. Die Ausrüstung fehlt noch, die Form aber auch. „Ich habe noch eine kleine Rolle am Bauch“, gesteht der Ex-Weltmeister freimütig.
Wenn Warnecke, inzwischen 43 Jahre alt, heute beim Swim Cup in Eindhoven erstmals wieder ins Wettkampfbecken steigt, wird er wohl nur hinterherschwimmen. Die Naturgesetze lassen sich eben auch von einem bekennenden Ehrgeizling, der 2005 mit 35 Jahren ältester Schwimm-Weltmeister der Geschichte wurde, nicht so leicht überlisten. Im September will der Arzt und Unternehmer aber wieder wettkampffähig sein – und zumindest die nationale Konkurrenz aufmischen. „Noch habe ich aus dem alten Lappen nicht so viel rausgeholt, aber das wird schon. Bevor ich wieder regelmäßig trainiert habe, war ich ein sportliches Wrack, ein Sofa-Held. Jetzt bin ich zumindest trainierbar“, sagte Warnecke. Mit seinem Start über 50 m Brust in Eindhoven wolle er sich nicht für die deutschen Meisterschaften in Berlin qualifizieren, sondern Wettkampfhärte gewinnen. Ein kleiner Schritt zu seinem großen Ziel, ab Herbst seine persönliche Bestzeit (27,44 Sekunden) anzugreifen.
Noch ist der Olympia-Dritte von 1996 davon weit entfernt, auch wenn er in der Essener Trainingsgruppe in Bundestrainer Henning Lambertz einen prominenten Unterstützer hat. Warnecke verfüge über ein „einzigartiges Wassergefühl“, schwärmt Lambertz, manchmal könne er mit Brust-Spezialisten wie Christian vom Lehn und Hendrik Feldwehr viele Meter mithalten. „Es gibt aber auch Tage, da schieße ich mich mit einer einzigen Trainingseinheit ab“, verrät Warnecke. „Früher hätte ich mir einen nach dem anderen vorgenommen, mich an ihnen festgebissen.“ Nun müsse er sich in Geduld üben: „Sollte ich aber im September tatsächlich konkurrenzfähig sein, gibt es kein Erbarmen.“
Seit einigen Monaten quält er sich und meldete sich für den NADA-Testpool an, um – ja, warum eigentlich? „Es ist ein Experiment, und ich bin mein eigenes Versuchskarnickel. Ich will wissen, was man aus dem alten Kasten noch rausholen kann“, sagt Warnecke. Zwölf Kilogramm hat der Anbieter von Diätprodukten bereits abgenommen. Als Ernährungsberater hatte er 2008 die Amerikanerin Dara Torres als damals 41-Jährige zu drei Silbermedaillen bei Olympia geführt. Auch ein privater Grund motiviert ihn. Warnecke will seinen fünf Jahre alten Zwillings-Söhnen Colin und Tristan Werte wie Ehrgeiz und Willen vermitteln.

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