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Sitzball-Familie feiert Pokaljäger aus Sachsen

VonRoland Bandow

Auch das 22. internationale Turnier in der Viertorestadt wird wieder ein großer Erfolg. Gastgeber FSVB bringt neun Mannschaften aus drei Ländern ans Band. Leipzig erobert den Cup.

Neubrandenburg.Ein fröhliches Sitzball-Fest wie in einer großen Familie: Auch die
22. internationale Veranstaltung in der Viertorestädter Stadthalle bot hervorragenden Sport. Unter den neun Mannschaften aus drei Ländern erwies sich einmal mehr Lok Leipzig Mitte als das herausragende Team.
Zum fünften Mal in Folge holten sich die Sachsen den Pokal und ließen BB BSV Wien und den ganz starken Gastgeber FSVB Neubrandenburg hinter sich. Leipzig eroberte damit gleichzeitig den Nordostliga-Cup für die beste Mannschaft aus den neuen Ländern.
Viel Lob gab es anschließend für Jens Brammann und sein Org.-Team. „Das freut mich am meisten – wenn alle nach Hause fahren und davon berichten, dass sie ein sehr gutes Turnier erlebt haben“, so der 70-Jährige. „Ein großes Dankeschön an alle Helfer und Sponsoren. Stellvertretend möchte ich die Neubrandenburger Stadtwerke nennen, die für uns wie immer eine besondere Hilfe waren.“ Nach dem Turnier ist vor dem Turnier – schon jetzt bereitet die Mannschaft um Jens Brammann das „23.“ vor, das am 10. Mai 2014 stattfinden wird.
Gewaltiger Jubel auch beim Gastgeber FSVB, der mit sechs Siegen bei nur zwei Niederlagen den Bronzeplatz eroberte. „Wir haben unter anderen den österreichischen Meister St. Pölten mit 26:21 bezwungen und ebenso Vizemeister Wien mit 22:20 besiegt. Super. Wir können mehr als zufrieden sein“, war FSVB-Kapitän Dirk Otten begeistert.
Seit 30 Jahren ist der gebürtige Neubrandenburger als Sitzballer aktiv, war als Junior auch schon Speerwurf-Weltmeister im Behindertensport. „Man muss bedenken, dass die Leipziger zum Training bis zu 15 Leute haben und damit meist sehr wettkampfnah trainieren können. Das macht sehr viel aus. Wir müssen oft genug mit zwei Leuten auf jeder Seite des Bandes auskommen.“
„Es ist hier in Neubrandenburg wie in einer großen Familie, man kennt sich, mag sich“, sagte Michael Weber. Der 47-Jährige war im Wiener Team dabei. Mit 16 Jahren hatte der heutige Kioskbesitzer einen Moped-Unfall, es gab Komplikationen und der rechte Unterschenkel musste später amputiert werden. „Danach ist es wichtig, dass du ein gutes Reha-Zentrum hast und eine starke Familie. Ganz besondere Bedeutung hat so eine Sportgemeinschaft, die auf ganz anderer Ebene hohe Leistungen abfordert. Der Nordosten Deutschlands, so ist meine Erfahrung, gehört nicht zu den reichen Regionen. Aber, was die Leute hier anpacken, das machen sie gern, mit aller Kraft und von Herzen. Das spürt man jedes Mal. Und da macht es wirklich großen Spaß, nach Neubrandenburg zu kommen.“

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