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Start auf gefürchteter Sandwüste

VonArmin Gehrmann

Der Schönower SV blickt auf 85 sehr erfolgreiche Jahre zurück.

Schönow.Eine Redewendung heißt zwar „Man soll die Feste feiern wie sie fallen“, doch beim Schönower SV fokussiert sich in dieser Hinsicht vieles auf Pfingsten. Sein Pfingstsportfest prägt das Bild des Vereins seit seinem Gründungsjahr 1928 wesentlich mit und wurde daher dutzendfach ein Spiegel der Stärke des Vereins, der mehr Mitglieder hat als seine Gemeinde Einwohner.
Alles begann 1928 auf einer legendären Sandwüste. Dort, wo für das Gut Lettow-Vorbeck zuvor Bäume gerodet wurden, entstand der erste Sportplatz. Karl Schulz war der Initiator der Gründung des Vereins, dessen erstes handgezeichnetes Wappen die Initiale „S. S. V.“ trug. „Dieses SSV tragen wir noch heute traditionsbewusst, denn es wurde in unserer Region zum Markenzeichen für sportliches Engagement“, berichtete SSV-Präsident Wolfgang Steffini stolz. Es sei damals wie heute – nur wenn ein Herz für die Sache brenne, seien Erfolge in dieser Zahl möglich. Daher dankte er ausdrücklich allen ehrenamtlich für den Verein wirkenden Sportlern, vom Platzwart, über die Helfer und „Transporteure“, Trainer und Schiedsrichter, Vorstandsmitglieder und Organisatoren vieler Veranstaltungen. In gleichem Atemzug verwies er darauf, dass die dauerhaften Mühen um den sportlichen Nachwuchs ein ebenso bedeutender Schlüssel für das Vereinsleben seien. „Gewiss, es fing einst an, als Dorfschullehrer Dargatz erster Vorsitzender wurde und damals Vergleiche im Fußball, Diskus-, Speer- und Baumstammwerfen sowie Laufen organisierte. Doch wesentlich größere Breite erwuchs aus den Mühen erst, als Erwin Usadel ab 1946 vom Amt Löcknitz die Bestätigung bekam, das Leben des Vereins wieder in Gang bringen zu dürfen.
Über die erfolgreichen 50-er hinweg prägten Sportler wie Friedrich Baumgarten, Ulrich Hoppe, Herbert Stolzmann und Giesela Zwerler das sportliche Geschehen, denn neben Fußball waren auch die Frauen im Feldhandball, Männer und Frauen im Volleyball – Letztere sogar mit Erfolgen bei Bezirksausscheiden (1.) und DDR-Ausscheiden (4.) – klasse.
Die SSV-Gala aus Anlass des 85-jährigen Jubiläums hatte wegen dieser großen Traditionen zahlreiche Ehrengäste. Unter ihnen Erika Stolzmann, heute ältestes aktives Vereinsmitglied, denn sie ist schon seit 1946 eine SSV-Sportlerin. Viel Anerkennung ernteten in der Festrede des Präsidenten auch Dorothea und Peter Krause. Sie nahmen sich vor 25 Jahren der Vereinschronik an. Unzählige Bilder, Statistiken und Texte wurden zusammengetragen. „Das alles ist heute ein wahrer Schatz für uns und weist auf mehr als nur die Erfolge in den letzten zwei Jahrzehnten im Bogensport, Fußball, Gymnastik, Laufen oder Radsport hin.“
Ob Sportfeste oder Sport-Galas, der SSV hatte immer nahmhafte Gäste. In diesem Jahr begrüßte man Eduard Geyer. Er stellte sich im Interview vielen Fragen zu seiner Zeit als Aktiver, als Club- und letzter DDR-Nationalmannschaftstrainer, als Mann am Ruder beim FC Energie Cottbus, den er in die 1. Bundesliga führte. Der 69-jährige Sachse staunte über die landschaftlichen Reize der Region ebenso wie über die ereignisreiche Schönower Sportgeschichte und war des Lobes darüber voll.

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