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Stehaufmännchen Robben krönt Bayern zum Champion

Bayern-Star Arjen Robben und der „Henkelpott“: Der Holländer hatte mit seinem Tor das Finale entschieden.[KT_CREDIT] FOTO: Andreas Gebert
Bayern-Star Arjen Robben und der „Henkelpott“: Der Holländer hatte mit seinem Tor das Finale entschieden.[KT_CREDIT] FOTO: Andreas Gebert

VonKlaus Bergmann

Was für ein Fußball-Märchen: Der Holländer wird ein Jahr
nach seinen bitteren Elfmeter-Fehlschüssen gegen Dortmund und Chelsea zum
Helden von Wembley.

London.Nach dem Tor seines Lebens hatte bei Arjen Robben auch Jupp Heynckes nichts mehr zu melden. „Das ganze Jahr haben wir unserem Trainer sehr gut zugehört, jetzt dürfen wir entscheiden“, verkündete der frischgekürte Champions League-Sieger forsch und setzte als neues holländisches Feierbiest des FC Bayern kurzerhand alle Party-Vorgaben seines Chefs Richtung DFB-Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart außer Kraft. „Wenn wir jetzt zwei, drei Tage feiern, glauben Sie, dann werden wir in Berlin nicht gut sein?“, fragte der größte Held des 2:1-Sieges gegen Borussia Dortmund.
Vor einem Jahr war Robben noch einer der größten Verlierer unter den geprügelten Vize-Bayern. Er wurde nach dem Finaldrama gegen Chelsea sogar wenige Tage später bei einem Spiel seiner Bayern in der Münchner Arena gegen seine niederländische Nationalelf ausgepfiffen. Alles vergessen. Am Samstagabend hallten ihm in Wembley „Arjen Robben“-Rufe aus der Bayern-Fankurve entgegen. Der eigenwillige Star gab den Einpeitscher auf der Bande. Er setzte sich den Pokal auf den Kopf, küsste ihn, ließ sich feiern und nahm als Erinnerungsstück ein Stück des Netzes jenes Tores mit, in das er zuvor getroffen hatte. „Das vergisst man nicht, was letztes Jahr passiert ist. Das kommt alles hoch“, schilderte Robben seine ihn übermannenden Gefühle. „Das ist ein Traum nach vielen großen Enttäuschungen.“ Ein WM-Finale hatte er zuvor verloren und dabei gegen Spanien eine große Chance zum Siegtor vergeben, dazu zwei Champions-League-Endspiele mit den Bayern (2010 und 2012). Gerade er wurde nun zum Matchwinner, der vor einem Jahr im entscheidenden Meisterduell in Dortmund noch mit einem Elfmeter an Weidenfeller gescheitert war. Auch in der Verlängerung des Finaldramas „dahoam“ gegen Chelsea versagte er wiederum vom Punkt. „Du musst immer einmal mehr aufstehen als du hingefallen bist“, sagte Sportvorstand Matthias Sammer über das Stehaufmännchen Robben. Schon im Pokal-Viertelfinale gegen Dortmund hatte er mit einem Traumtor die Münchner zum 1:0-Sieg geschossen. Der Glatzkopf mit dem ausgeprägten Ego besticht durch Nehmerqualitäten wie ein Boxer. Sir Alex Ferguson, die Trainerlegende von Manchester United, überreichte ihm im Stadion die Trophäe für den „Mann des Spiels“. Robben hatte sie sich verdient, ein Vollblutfußballer. „Jetzt hat es geklappt. Da kann man das andere vergessen“, sagte er. Wer will jetzt noch was von Wechselgerüchten wissen – die Reizfigur Robben haben wieder alle total lieb.

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