Di. 19. Juni 2012
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Radsport von Redaktion

Team RadioShack wirkt ausgebremst und abgehängt

Johan Bruyneel (links) und Lance Armstrong [KT_CREDIT] FOTO: dpa
Johan Bruyneel (links) und Lance Armstrong [KT_CREDIT] FOTO: dpa
Von sid-Korrespondent
Emanuel Reinke

Mitten in der tiefen sportlichen Krise sieht sich das vor der Saison hochgehandelte Rad-Team RadioShack mit der Dopinganklage gegen Teamchef Johan Bruyneel konfrontiert.

Köln.Ein zurückhaltender, wortkarger Mann ist Johan Bruyneel nie gewesen. Warum auch? Neun Siege bei der Tour de France hat der belgische Radsport-Manager in leitender Funktion zu verantworten. Kein Grund für mangelndes Selbstbewusstsein. Entsprechend offensiv ging Bruyneel deshalb mit seinen Ambitionen für das im September 2011 ins Leben gerufene Team RadioShack-Nissan um. Ein „Meilenstein für den globalen Radsport“ sei die Fusion seines Top-Teams Radio-Shack mit der Spitzen-Equipe von Leopard-Trek gewesen.
Inzwischen haben den
47-Jährigen Vergangenheit und Realität eingeholt, die Euphorie um die vermeintliche Traum-Ehe ist längst verflogen: Statt Erfolgsnachrichten stehen Animositäten, ausbleibender sportlicher Erfolg und nun die Dopinganklage gegen Bruyneel im öffentlichen Fokus. „Ich habe nie an irgendwelchen Dopingpraktiken teilgenommen und bin in jeglicher Hinsicht unschuldig. Ich bin bestürzt, dass wieder einmal Dopingvorwürfe gegen mich erhoben werden“, ließ der oft umstrittene Bruyneel in einer Stellungnahme verlauten. Wie seinem langjährigen Schützling Lance Armstrong wird ihm von der amerikanischen Anti-Dopingagentur USADA vorgeworfen, mit verbotenen Substanzen gehandelt und deren Gebrauch angeordnet zu haben. Nicht nur für Bruyneel, dem eine lebenslange Sperre und das Tour-Aus drohen, sind diese Vorwürfe ein Desaster. Auch das vorzeitige Ende des „Super-Teams“ Radio-Shack zum Saisonende könnte endgültig eingeleitet worden sein. Das Management der Pro-Tour-Mannschaft fürchtet bereits um seine Glaubwürdigkeit.
Die Dopinganklage gegen Bruyneel ist jedoch nicht die einzige Baustelle im Team. Mit seinen Top-Fahrern Andy und Frank Schleck hat sich der frühere Radprofi überworfen, nachdem er entschieden hatte, deren Förderer Kim Andersen nicht als Sportdirektor zur Tour de France mitzunehmen.
Doch auch abgesehen von der Person Johan Bruyneel gibt es Spannungen in dem Team, in dessen Tour-Kader auch die deutschen Profis Jens Voigt, Andreas Klöden und Linus Gerdemann stehen. So sollen nach Angaben des Schweizer Onlineportals Blick.ch die Gehälter im Mai verspätet ausgezahlt worden sein.
Und gegen Teambesitzer Becca wird in Luxemburg wegen Unterschlagung von Gesellschaftsvermögen ermittelt.
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