Nordkurier.de

Trainingsauftakt bei Hansa: Vom Aufstieg redet keiner

Schalparade an der Ostsee: Die treuen Hansa-Fans mussten zuletzt leiden.[KT_CREDIT] FOTO: Andy Bünning
Schalparade an der Ostsee: Die treuen Hansa-Fans mussten zuletzt leiden.[KT_CREDIT] FOTO: Andy Bünning

VonGert Glaner

Hansa Rostock hat die Scherben der vergangenen Saison zusammengekehrt. Nach Trainerwechsel und mit anderem Personal soll ein Neuanfang gestartet werden. Für Blütenträume ist die Finanzlage zu angespannt.

Rostock.Die Operation Wiedergutmachung beginnt. Nur gut zwei Wochen nach dem Ende der Katastrophensaison will Fußball-Drittligist FC Hansa Rostock ab heute den sportlichen Neuanfang beginnen und verloren gegangenen Kredit bei seinen Anhängern zurückzugewinnen. „Wir wollen wieder aus eigener Kraft agieren und auf eigenen Füßen stehen. Wir wollen attraktiven Fußball zeigen, der nicht nur die Fans, sondern viele Menschen darüber hinaus begeistert und in den Bann zieht“, gab der Vorstandsvorsitzende Michael Dahlmann als Richtlinie vor.
Andreas Bergmann ist der Mann, der das Vorgegebene auf dem Rasen umsetzen soll. „Ich möchte eine Mannschaft entwickeln, die eine Spielidee und auch eine Mentalität verkörpert. Ich will eine Mannschaft, die gierig ist und Lust auf Leistung hat“, sagte der 53-Jährige bei seinem Amtsantritt. Das Wort Aufstieg nehmen aber weder er noch die anderen Protagonisten in den Mund. „Lasst uns nicht sofort wieder diesen Druck aufbauen“, fordert der neue Mann auf der Bank.
Für Blütenträume ist die Lage auch viel zu vage. Finanziell schwebt nach wie vor das Damoklesschwert der Insolvenz über dem einstigen Vorzeigeverein. Die Lizenz gab es erst mit Ach und Krach im zweiten Anlauf. Nur ein neuerliches Sparpaket und das für den 14. Juli avisierte Gastspiel des Champions-League-Siegers FC Bayern München in der DKB-Arena verhinderten noch drastischere Konsequenzen. Die aber holen das kickende Personal ein. Von den „Versagern“, die auch das Landespokalfinale in Neustrelitz vergeigt haben, will Dahlmann möglichst keinen mehr sehen. Und wenn doch? „Das müsste mir der Sportvorstand sehr gut begründen“, sagte er. Aber auch die wenigen „Kronjuwelen“ wie Edisson Jordanov (Borussia Dortmund II) und Kevin Müller (VfB Stuttgart II) sind weg. Gekommen sind bislang nur wenige und wenn, dann zum Nulltarif. Angreifer Julian Jakobs (23/Siegen) sowie die Mittelfeldspieler David Blacha (22/Sandhausen), Milorad Pekovic (35/Fürth), Robin Krauße (19) und Fabian Künnemann (19/beide eigene Jugend) sollen neuen Schwung in das zuletzt leblos wirkende Team bringen. Gestern heuerten noch Shervin Radjabali-Fardi und Sascha Schünemann auf der Kogge an. Beide haben die Nachwuchsmannschaften von Hertha BSC Berlin durchlaufen. Radjabali-Fardi war bei Alemannia Aachen unter Vertrag, laborierte aber an einem Kreuzbandriss. Schünemann trainierte zuletzt bei den Profis von Hannover 96 mit und sammelte in der zweiten Vertretung Spielpraxis.

Mehr zu diesen Themen
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
×