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Vettel verzockt sich im Reifenpoker

In Sektlaune: Ferrari-Pilot Fernando Alonso feiert überschwänglich seinen China-Triumph. [KT_CREDIT] FOTO: Srjdan Suki
In Sektlaune: Ferrari-Pilot Fernando Alonso feiert überschwänglich seinen China-Triumph. [KT_CREDIT] FOTO: Srjdan Suki

VonMartin Moravec

Mit Sieger Fernando Alonso kann der Red-Bull-Pilot in Shanghai nicht mithalten. Grund: Fehler bei der Taktik.

Shanghai.Nach seiner Niederlage im Reifenpoker von China hatte Sebastian Vettel den Schuldigen schnell gefunden. Nicht die beeindruckende Stärke des Siegers Fernando Alonso, sondern die sensiblen Gummimischungen nervten den Formel-1-Weltmeister nach seinem vierten Platz in Shanghai am Sonntag. „Es hat im Moment nicht viel mit Rennfahren zu tun, wenn man das ganze Rennen nur auf die Reifen auslegt“, murrte Vettel. Auch am Zweiten Kimi Räikkönen und dem von Pole Position gestarteten Lewis Hamilton war der Red-Bull-Pilot nicht mehr vorbei gekommen.
Trotz des Dämpfers behauptete Vettel aber Platz eins in der Gesamtwertung. Mit 52 Punkten liegt er drei Zähler vor Lotus-Fahrer Räikkönen. Ferrari-Star Alonso ist nach dem ersten Saisonerfolg in seinem 200. Grand Prix nun mit 43 Punkten Dritter.
„Complimenti, ein großartiges Wochenende“, funkte Scuderia-Teamchef Stefano Domenicali. „Dieser Saisonstart sieht ganz gut aus“, frohlockte Alonso. Für Vettel war der Asturier diesmal außer Reichweite. Schon in der Qualifikation am Samstag hatte der Titelverteidiger nicht mit Ferrari und Mercedes mithalten können, deswegen im Schlussabschnitt den Kampf um die Pole Position eingestellt und sich mit Startplatz neun begnügt. Im Rennen wählte er dann eine andere Reifenstrategie als die Konkurrenten, doch die Taktik ging nicht ganz auf.
„Im Nachhinein ist man immer schlauer“, meinte Vettel. Nur wenige Meter hatten ihm auf der Schlussrunde gegen den drittplatzierten Hamilton gefehlt. Der taktische Patzer passte zum enttäuschenden Red-Bull-Wochenende. Nach dem Hauskrach um Vettels Verstoß gegen die Teamorder musste Stallrivale Mark Webber mit seinem frühen Aus erneut einen Tiefschlag verkraften. Ganz bitter verlief das Rennen auch für Vorjahressieger Nico Rosberg. Nach 23 Runden musste der zweite Silberpfeil-Pilot aufgeben. „Das Auto war komisch zu fahren“, klagte der 27-Jährige. Für Rosberg war es im dritten Rennen der zweite Ausfall. „Das aufzuholen wird immer schwieriger“, befand der Wahl-Monegasse. Auch für Adrian Sutil war nach einem Unfall früh Schluss. Nico Hülkenberg sammelte als Überraschungsmann der Anfangsphase die ersten Führungskilometer nach seinem Wechsel zu Sauber.

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