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Volkes Stimme rettet Schaaf den Job – bis zum Saisonende

VonHolger Schmidt

Auch nach zehn Spielen in Folge ohne Sieg darf Thomas Schaaf seinen Job als Trainer von Werder Bremen behalten. Zu verdanken hat er
das auch den Fans.

Leverkusen.Als die Ära Thomas Schaaf sich nach 14 Jahren bedrohlich dem Ende zuneigte, griffen die Fans ein: Die gesamte zweite Halbzeit und noch bis eine Dreiviertelstunde nach dem 0:1 (0:1) bei Bayer Leverkusen feierten die Anhänger von Werder Bremen ihren in seiner tiefsten Krise steckenden Trainer mit Sprechhören in Endlosschleife. Schaaf kehrte aus der Kabine zurück aufs Spielfeld und reagierte tief bewegt: „Es ist großartig, so etwas zu erleben. Das war in der Kabine nicht zu überhören.“ Denn er wusste: Wahrscheinlich hat er es ein Stück weit auch Volkes Stimme zu verdanken, dass sein 642. Pflichtspiel als Werder-Coach nicht das letzte war. Schließlich war genau der Fall eingetreten, für den selbst Insider die Entlassung Schaafs erwartet hatten: Der Champions-League-Dauergast der 2000er Jahre blieb auch im zehnten Spiel in Folge ohne Sieg und taumelt nach den Erfolgen der Konkurrenten scheinbar ungebremst dem ersten Abstieg seit 1981 entgegen.
Doch offenbar auch beeindruckt von der ungewöhnlichen Demonstration der Fans, stellte sich Geschäftsführer Thomas Eichin nach dem Spiel noch deutlicher als je zuvor vor seinen Coach. „Natürlich sitzt Thomas Schaaf auch im nächsten Spiel gegen Hoffenheim auf der Bank“, sagte Eichin, obwohl er in seiner Amtszeit seit dem 15. Februar noch keinen einzigen Sieg bejubeln durfte: „Ein Trainerwechsel wäre zu diesem Zeitpunkt absoluter Nonsens. Und die Fans sehen das genauso.“ Vieles spricht jedoch dafür, dass Werder sich am Saisonende von seinem verdienten Trainer trennen will. „Unsere Marschroute ist, mit Thomas Schaaf die Klasse zu halten und die Saison zu Ende zu bringen“, sagte Eichin eindeutig zweideutig. Die Frage allerdings, ob er mit Schaaf zur Not auch in die 2. Liga gehe, „werde ich nicht beantworten“. Schaaf stellte sich, mit dem Liebesbeweis der Fans im Rücken, den bohrenden Fragen nach seiner Zukunft, beantwortete diese aber ausgesprochen schmallippig. Gilt das Treuebekenntnis noch bis zum Saisonende? „Wenn sie das so empfinden, müssen sie das so interpretieren“, sagte Schaaf. Wird er auch im nächsten Jahr noch Trainer sein? „Sie können nachfragen, aber für mich ist das müßig.“

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