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Wird Webber für Vettel zum Problem?

Werden keine Freunde mehr: Mark Webber (links) und Teamkollege Sebastian Vettel vom Team Red Bull. [KT_CREDIT] FOTO: archiv
Werden keine Freunde mehr: Mark Webber (links) und Teamkollege Sebastian Vettel vom Team Red Bull. [KT_CREDIT] FOTO: archiv

Von sid-Korrespondent
Kristof Stühm

Mit Spannung wird das erste öffentliche Aufeinandertreffen der beiden Streithähne nach der Stallorder-Affäre bei
Red Bull erwartet. Experten sehen wegen des Streits
den Titel in Gefahr.

Hamburg.Mark Webber wurde neulich gefragt, wen er denn zu einem netten Abendessen einladen würde. Der Australier gab bereitwillig Auskunft und stellte eine wirklich erlesene Gästeliste zusammen. Über Marilyn Monroe würde er sich freuen, Muhammad Ali, Ayrton Senna und auch Alex Ferguson bekämen eine Einladung. Sebastian Vettel nannte er nicht. Natürlich nicht. Vettel und Webber sind schon lange ziemlich beste Feinde.
Auch vor der Stallorder-Affäre hätte man sich die beiden Red-Bull-Teamkollegen nur mit viel Fantasie beim gemeinsamen Dinner vorstellen können. Seit dem Rennen in Malaysia ist der Graben zwischen den Rivalen nun viel zu tief, um noch zugeschüttet zu werden. Beide haben sich seitdem nicht mehr zu den Vorfällen geäußert, ihr erstes Aufeinandertreffen in der Öffentlichkeit beim Grand Prix von China am kommenden Wochenende wird deshalb mit Spannung erwartet – jede Geste und jedes Wort werden sicher auf dir Goldwaage gelegt. Teamchef Christian Horner ist deshalb im Vorfeld bemüht, die Wogen zu glätten. „Natürlich wird es weiterhin Duelle geben, aber der Streit ist vom Tisch. Klar würde ich nicht davon ausgehen, dass die beiden kommende Weihnachten zusammen verbringen. Aber sie sind Profis“, sagte Horner: Der Weltmeister-Rennstall wünscht sich Frieden im Team und erkennt die Gefahr, sollte der Zoff zwischen den beiden „Alpha-Tieren“ (Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko) weiter eskalieren. „Wir haben uns um das Problem gekümmert, wir haben mit beiden gesprochen. Sie wissen, was das Ziel des Rennstalls ist“, sagte Horner, „die wahren Gegner sind nicht innerhalb des Rennstalls. Der ganze Erfolg von Red Bull Racing gründet auf Teamwork.“ Experten wie die beiden Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve und Sir Jackie Stewart glauben, dass Vettel nach dem ganzen Zoff nicht mehr der uneingeschränkte Favorit auf den WM-Titel ist. „Ich würde all mein Geld jetzt auf Fernando Alonso und Kimi Räikkönen wetten“, sagte Villeneuve, da Vettel nicht mehr mit der Unterstützung Webbers rechnen könne: „Dieses Jahr könnte Ferraris Jahr werden.“ Bei der Scuderia gebe es mit Alonso eine klare Nummer 1 und einen treuen Vasallen namens Felipe Massa. Laut Stewart wird Vettel aber auch noch von einem bisher unterschätzten Konkurrenten gejagt. „Mercedes ist in der Lage, Rennen zu gewinnen, und Lewis (Hamilton, d. Red.) wird aus jedem Auto überragene Leistungen herausholen“ sagte der Schotte.

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