
| Tiere |
von Monika Strehlow
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Erst war es die Blauzungenkrankheit, nun scheint es der Schmallenberg-Virus zu sein, vor dem sich Halter von Rindern, Schafen und Ziegen in Acht zu nehmen haben, der Uckermark Kurier berichtete. Nicht nur die Niederlande, Belgien und Großbritannien, sondern auch Tierhalter in Deutschland sind betroffen. Seit November wurde der – wie es heißt für Menschen ungefährliche – Erreger in 100 Betrieben nachgewiesen. Die von Fehl- und Missgeburten begleitete Krankheit war erstmals in Schmallenberg (Nordrhein-Westfalen) aufgetreten; seitdem sind immer mehr betroffen.
So vermeldete am Dienstag auch Brandenburgs Verbraucherministerium die ersten Fälle in den Landkreisen Barnim, Ostprignitz-Ruppin, Prignitz und Spree-Neiße. Dennoch bleibt Schäfermeister Jens Kath in Steinhöfel bei Angermünde vorerst gelassen. Er setzt darauf, dass seine 500 Mutterschafe artgerecht, entsprechend des natürlichen Kreislaufes gehalten werden. Natürlich hat er sich über die neue Virus-Krankheit kundig gemacht und weiß, dass Stechmücken wie Gnitzen den Virus übertragen. Und die traten im Spätherbst massenhaft auf, werden übrigens auch für den Befall von Trinkwasseranlagen mit Enterokokken verantwortlich gemacht.
Virus für ungeborene Tiere gefährlich
„Unsere Schafe wurden jetzt erst durch die Böcke gedeckt, die Zeit der Gnitzen ist vorbei“, sieht er sich auf der sicheren Seite. Bundesweit forschen Labore nach dem Werdegang der Krankheit. Bisher scheint klar, dass der Schmallenberg-Virus für die ungeborenen Tiere zwischen dem 30. und 60. Tag der Trächtigkeit gefährlich wird. „Theoretisch dürfte nichts passieren“, sieht er den Geburten der ersten Lämmer seiner schwarzköpfigen Fleischschafe gelassen entgegen.
Und mehr als abzuwarten bleibt den Tierhaltern derzeit nicht. Erst wenn die Rinder, Ziegen oder Schafe geboren werden, wissen sie mehr. Dennoch versucht das uckermärkischen Veterinäramt, einen ersten Überblick zu erhalten. „Wir nehmen diese Entwicklung sehr ernst. Derzeit werden flächendeckend Blutproben genommen, die zu untersuchen sind“, erklärt der stellvertretende Amtstierarzt Dr. Dieter Saß. Dafür reichen ein bis zwei Proben aus jeder Herde. „Zudem sind die Tierhalter angehalten, das Abkalben oder -lammen gut zu beobachten“, erläutert er.
Fälle müssen gemeldet werden
Miss- oder Totgeburten müssen gemeldet beziehungsweise eingeschickt werden. Das Amt geht davon aus, Ende des Frühjahrs einen genauen Überblick über die Ausbreitung des Schmallenberg-Virus zu haben.
Vorerst behält auch Dieter Saß die Ruhe. Denn die Blauzungenkrankheit, die ebenfalls von stechenden fliegenden Insekten übertragen wurde, ist erfolgreich bekämpft worden. Er hofft, dass die damalige Behandlung bis heute ihre Wirkung zeigt.
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