
| Wasser |
von Claudia Marsal
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Peter Roggow hat wie viele andere Leser auch die Faxen langsam dicke. „Seit dem 29. November wird bei uns das Trinkwasser gechlort. In den Griff bekommen hat man das Problem trotzdem noch nicht.“ Der Kutzerower nahm damit Bezug auf die Information der Amtsärztin, dass die Desinfektion in der Region ausgeweitet werden muss, weil weiterhin gefährliche Enterokokken im Netz nachgewiesen werden.
Für Ärger sorgt nicht nur bei ihm die erneuerte Aufforderung an alle Endabnehmer, die Hausanschlüsse ständig zu öffnen und das Wasser einige Zeit ablaufen zu lassen. „Wer trägt denn die Kosten dafür? Doch wir Verbraucher allein.“ Er möchte nicht in Abrede stellen, dass der Wasserverband schon große Investitionen getätigt habe und der Wasserpreis darüber hinaus noch recht fair sei. „Aber die Spirale wird sich weiter drehen, denn auch die anhaltenden Desinfektionsmaßnahmen schlagen ja irgendwann zu Buche“, ist der Kutzerower überzeugt.
Ähnlich argumentierte Wolfgang Lampe aus Bertikow. Er hatte die Idee, dass in den betroffenen Orten doch die Hydranten aufgedreht werden könnten. Dann laufe viel schneller Wasser in Größenordnungen ab. Aber auch er macht sich keine Illusionen, dass letztlich der Verbraucher auf den Kosten sitzen bleiben wird.
Über den scheußlichen Geschmack des gechlorten Wassers beschwerte sich eine Kleisthöher Familie. Aus Angst vor Repressalien wollte unser Leser seinen Namen nicht öffentlich genannt wissen. Doch er gab zu bedenken, dass die Chlor-Dosis vielleicht doch nicht – wie von der Amtsärztin Dienstag versichert – unbedenklich sei. „Wir verlassen uns nicht auf dieses Versprechen, sondern kaufen mittlerweile nur noch in Flaschen abgefülltes Mineralwasser. Nicht mal unser Hund hat das aus der Leitung noch trinken mögen. Und unserem kleinen Enkelkind wagen wir es gar nicht erst anzubieten. Dann lieber die teurere Variante aus dem Supermarkt. Aber auf Dauer kann das kein Zustand sein“, bringt er die Bedenken vieler auf den Punkt.
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