
| Wirtschaft + Soziales |
von Carsten Schönebeck
|
Die Winterflaute hat auf dem Arbeitsmarkt deutlich zugeschlagen. Mehr als 1000 Arbeitslose zusätzlich wurden von der Statistik im Dezember 2011 erfasst. Insgesamt zählte die Agentur für Arbeit in Vorpommern-Greifswald 17 232 Menschen, die auf der Suche nach einer Anstellung sind. Am schlimmsten erwischt hat es dabei die Urlaubsregion Usedom, denn wenn die Besucher wegbleiben, bauen Hotel, Gastronomie und andere Touristenbranchen ihr Personal ab. Trotz Weihnachts- und Neujahrsgeschäft stieg die Arbeitslosenquote rund um Wolgast auf 14 Prozent. Das entspricht mehr als 400 zusätzlichen Joblosen.
Traditionell sind auch das Baugewerbe und seine Zulieferer von Entlassungswellen gebeutelt, wenn es draußen friert. Der milde Winter, insbesondere im Vergleich zum letzten Jahr, hat diesen Effekt hinausgezögert, aber nicht verhindert. „Die Baufirmen verlassen sich da nicht auf Wetterprognosen und wollen kein Risiko eingehen“, erklärt Christian Glaser von der zuständigen Agentur in Stralsund. Bei den meisten Bauprojekten sei diese Arbeitsunterbrechung ohnehin eingeplant. In Anklam waren zum Jahresende 118 Menschen mehr auf der Suche nach einer Stelle als noch im November. In Pasewalk und Ueckermünde stiegen die Zahlen nur geringfügig.
Auffälliger sind dagegen die Werte für die Stadt Greifswald, denn dort sind ganz entgegen dem Kreistrend mehr Menschen auf der Suche nach einem Job als vor einem Jahr. „Das liegt aber alles noch im normalen Bereich von statistischen Schwankungen“, beruhigt Glaser. Die Arbeitsvermittler vermuten, dass die drohende Insolvenz des Solarmodulherstellers „solon“ im vergangenen Monat in der Hansestadt zu einer Reihe von Entlassungen bei Zeitarbeitern geführt habe. Greifswald sei aber immer noch die Stadt mit der niedrigsten Quote im gesamten Bundesland.
Trotz des deutlichen Zuwachses im Vergleich zum Vormonat werten die staatlichen Jobvermittler den Monat als Erfolg und die Werte als „sehr gut“. Recht geben ihnen die Vergleiche zu den vorherigen Jahren, denn die Quote von 13,8 Prozent im heutigen Landkreis ist die niedrigste für den Monat Dezember seit der Wiedervereinigung. Glaser betonte, dabei handle es sich nicht, wie häufig vorgeworfen, nur um statistische Tricks und Zahlenschiebereien. Denn auch bei den arbeitsmarktpolitischen Instrumenten würden die Zahlen stetig fallen. „Die Zahl der Personen in beruflichen Eingliederungsmaßnahmen ist im vergangenen Jahr drastisch gesunken“, erklärt er.
Uecker-Randow: Bauleuten bleibt Winter-Arbeitslosigkeit bisher erspart
Arbeitslosenzahl in MV wieder über 100 000
|
|