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Das Ackern zahlt sich für die Landwirte wieder aus

Bauern sollen ja selten zufrieden sein. Aber die diesjährige Getreideernte zaubert den meisten Landwirten in der Region doch ein Lächeln ins Gesicht. Die Erträge bei Gerste, Raps, Weizen und Roggen waren die besten seit Jahren.

 „Wenn wir ganz ehrlich sind, das hätten wir doch im Frühjahr alle nicht geglaubt, welches Potenzial in unseren Kulturen steckt“, meint Hans Behn. Der Vorsitzende des Malchiner Bauernverbandes gibt gern zu, dass er nach dem langen Winter ebenfalls zu den Skeptikern gehörte. „Aber wir müssen im April und Mai wirklich gute Bedingungen gehabt haben, der Niederschlag ist von den Pflanzen gut verwertet worden“, sagt er. An der alten Bauernregel „ist der Mai kühl und nass, füllt‘s dem Bauern Scheun‘ und Fass“, scheine eben doch etwas dran zu sein, schmunzelt er. „Wir hatten aber auch gute Druschbedingungen im Sommer“, ergänzt Dr. Heike Müller, die Geschäftsführerin des Bauernverbandes. So konnten schließlich gute Erträge erzielt werden. Die besten seit Jahren, wie Hans Behn betont. Nach drei Jahren ausgesprochen schlechter Getreideernten hätten viele Landwirte wieder gemerkt, dass der Acker etwas leisten kann.

Ein kleiner Wermutstropfen sei, dass man bei der Weizenqualität Abstriche machen musste. Beim Roggen sei stellenweise der Mutterkorngehalt höher gewesen als geplant. „Aber für Futter durchaus geeignet“, so Heike Müller.

Im Verbandsgebiet sei relativ viel Roggen angebaut worden, auch weil das Preisniveau gut war. Weit unter dem geplanten Ertrag blieben allerdings die frühen Kartoffelsorten. Das sei auch an den Preisen zu spüren gewesen. Die späten Sorten hätten aber schon wieder aufgeholt, meint der Verbandsvorsitzende. „Allerdings  haben wir in unserem Bereich nur noch drei Betriebe, die Kartoffeln anbauen“, weiß die Geschäftsführerin. Der Aufwand für die Knollen sei eben sehr hoch, ohne Beregnung der Anbau schwierig. Und außerdem gehe der Verzehr zurück.

Nicht ungetrübt sieht die bisherige Bilanz bei den Tierhaltern aus. Bei Hähnchen zum Beispiel seien die Preise im Keller, sagt Dr. Müller. Mit ähnlichen Problemen kämpften die Ferkelerzeuger. Die relativ guten Milchpreise von 40 Cent je Kilogramm versetzten die Milchbauern in die Situation, lange aufgeschobene Investitionen jetzt in Angriff zu nehmen, sagt Hans Behn. „Bleiben die 40 Cent, dann könnten die Milchbauern mal durchatmen“, fügt er hinzu. Allerdings stiegen bereits die Anlieferungsmengen, so dass es bald wieder mit den Preisen bergab gehen werde.

Es gebe auch noch andere Gründe, die mit einigen Sorgen in das nächste Jahr blicken lassen, sagen Hans Behn und Heike Müller. Die Novellierung der Düngeverordnung zum Beispiel zwinge die Landwirte  zu zusätzlichen Investitionen.

„Die Lagerkapazität von Gülle soll auf neun Monate erhöht werden, das heißt, wir können nur noch drei Monate im Jahr Gülle ausbringen“, erklärt der Verbandsvorsitzende. Wie solle das gehen, ohne dem Boden zu schaden. „Das Problem ist noch viel komplexer und betrifft nicht nur die Bauern“, sagt Heike Müller. Die Gülle werde meist mit teurer Spezialtechnik von Lohnunternehmen ausgebracht, wenn die jetzt nur noch drei Monate laufen könne, rechne sich dies nicht. „Zu Ende gedacht ist das alles nicht“, sagt Hans Behn.