Schülerbeförderung:

1200 Eltern sollen mehr bezahlen

Es wird wohl Zoff geben im Kreistag: Die geplanten neuen Regeln zur Schülerbeförderung bringen auch die Fraktionen auf die Palme, die sonst treu zum Landrat stehen. Der Kreiselternrat ist sowieso sauer: Sparen auf dem Rücken der Kinder sei ein Unding.

Nicht gerade zufrieden mit der geplanten neuen Regelung zur Schülerbeförderung sind SPD-Fraktionschef Günter Rhein (Mitte) und CDU-Fraktionsvorsitzender Thomas Müller (rechts). Auf ihre Fraktionen wird es im Kreistag wohl ankommen.
Georg Wagner Nicht gerade zufrieden mit der geplanten neuen Regelung zur Schülerbeförderung sind SPD-Fraktionschef Günter Rhein (Mitte) und CDU-Fraktionsvorsitzender Thomas Müller (rechts). Auf ihre Fraktionen wird es im Kreistag wohl ankommen.

Als die Kreisverwaltung dem Bildungsausschuss praktisch ohne jede Vorwarnung die Pläne für neue Regelungen bei der Schülerbeförderung auf den Tisch legte, war nicht nur dieses Gremium ziemlich platt. Vielmehr kam das Papier, das vor allem die Streichung der Fahrtkostenerstattung zu örtlich unzuständigen Schulen beinhaltet, auch für den Kreiselternrat völlig überraschend. Offiziell kennt er es noch nicht einmal, denn er habe bis heute noch nichts bekommen außer ein paar Infos aus dem Ausschuss. Doch was er von dort hörte, reicht dem amtierenden Elternratsvorsitzenden Torsten Werner aus, um Schlimmes zu befürchten. „Das ist ein ganz schöner Hammer, zumal es vorher immer anders dargestellt wurde“, sagt er. „Man will hier sparen auf Kosten von Schülern, die von der freien Schulwahl Gebrauch machen.“

Alles fällt weg

Der Neubrandenburger Rechtsanwalt glaubt nicht als Einziger, dass es vorrangig ums Geld geht. Vielmehr vermutet beispielsweise der Stavenhagener Kreistagsabgeordnete Klaus Salewski (Die Linke), dass die von der Kreisverwaltung zitierten Urteile des Verwaltungsgerichts dieser einen willkommenen Anlass liefern, um Einsparungen durchzudrücken. „Ich gehe davon aus, dass man im finanziellen Interesse schneller handelt als nötig“, sagt er. Salewski sitzt für seine Fraktion im Bildungsausschuss und war wie das ganze Gremium von der Planung völlig überrascht. Zwar hatte er mit Veränderungen aufgrund der Sparzwänge gerechnet. „Aber dass alles wegfallen soll, da waren wir sprachlos.“

Betroffen von der Streichung wären nach Angaben der Kreisverwaltung rund 1200 Schüler. Falls die Regelung wie geplant zum neuen Schuljahr in Kraft tritt, müssten die Betroffenen entweder schon nach den Sommerferien die Schule wechseln oder die Eltern allein die Fahrtkosten bezahlen. Ob das aber die zur Debatte stehenden rund 900 000 Euro sparen würde, ist offen. Denn wenn diese Schüler dann an die für sie eigentlich zuständigen Schulen fahren würden, müsste es wieder der Kreis bezahlen. „Da“, fordert der Grünenfraktionschef Helge Kramer, „müsste man einmal die Gegenrechnung aufmachen.“

 

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