Störche:

87 Jungvögel auf dem Weg in den Süden

47 Storchenpaare brüteten in diesem Jahr in der Demminer Region. Auch wenn das so viele wie im Vorjahr waren, setzt sich ein Besorgnis erregender Trend fort: Den Weißstörchen geht die Nahrung aus, deshalb gibt es immer weniger Nachwuchs.

Bereits zum zweiten Mal hintereinander hat ein Storchenpaar in diesem Jahr auf dem Schornstein in Vorwerk gastiert. Zwei Junge schlüpften und flogen aus.
Jana Otto Bereits zum zweiten Mal hintereinander hat ein Storchenpaar in diesem Jahr auf dem Schornstein in Vorwerk gastiert. Zwei Junge schlüpften und flogen aus.

Etwas wehmütig ist Manfred Petry schon. Wenn er jetzt vom Schreibtisch aus auf den Schornstein schaut, herrscht dort gähnende Leere. Denn das Storchenpaar, das hier in Vorwerk bis Ende September zu Gast war und zwei Junge aufzog, ist weg. Die Adebare machten sich auf den Weg in den Süden. "Sie sind schon ein Hingucker und wir alle haben viel Freude daran", sagt Manfred Petry. Nach vielen Jahren hatte sich 2012 auf dem Gelände des Unternehmens Spot energy erstmals ein Storchenpaar niedergelassen und auch in diesem Jahr war der Horst wieder besetzt. "Zeitweilig wollten sich gleich drei Paare hier niederlassen", erzählt Manfred Petry. Er geht davon aus, dass sich das Pärchen aus dem Vorjahr gegen die Konkurrenz behauptete. Zwei Jungtiere zogen sie groß. Damit es den Vögeln auch wirklich gut geht, wurde in diesem Jahr sogar der Sockel des Schornsteins saniert. Und Manfred Petry geht ganz fest davon aus, dass die Adebare auch im nächsten Jahr den Weg nach Vorwerk finden.

Das hoffen auch die Glendeliner. Denn dort hatte sich in diesem Jahr erstmals ein Storchenpärchen niedergelassen. "Eine erfolgreiche Brut gab es hier jedoch nicht", weiß Friedhelm Ziemann. Über viele Jahrzehnte schon erfasst er ehrenamtlich die Entwicklung der Störche im ehemaligen Landkreis Demmin, hält Kontakt zu vielen Bürgern, die in ihren Städten und Dörfern die Adebare beobachten.

Viele Adebare haben unbenutzte Nester entdeckt

In diesem Jahr wurden insgesamt 47 Storchenpaare gezählt, genauso viele wie 2012.  Zehn Paar blieben ohne Bruterfolg, in Sassen und in Gehmkow besetzten hingegen zwei Einzelstörche die Horste. "Mit 21,27 Prozent liegt der Anteil der erfolglosen Paare im normalen Bereich", schätzt Friedhelm Ziemann ein. 20 Paare brachten zwei Junge hervor, bei 15 gab es Dreierbruten und zwei Paare zogen je einen Jungstorch auf. Insgesamt flogen 87 Jungvögel aus, das sind zwar neun weniger als 2012, doch immerhin sechs mehr als 2011.

Erfreulicherweise haben einige Störche in diesem Jahr langjährig unbesetzte Nester für sich entdeckt. So ließen sich in Treuen nach sieben Jahren, in Wüstenfelde nach sechs und Lindenhof nach drei Jahren wieder Störche nieder.

Elf junge Vögel starben

Daneben gab es aber auch Verluste zu verzeichnen. Mitten in der Saison wurden die Jungtiere in Bentzin und Wotenick nur noch von einem Elternteil versorgt. "Über den Verbleib der Altstörche kann nur spekuliert werden", meint Friedhelm Ziemann nachdenklich. Darüber hinaus wurde in Alt-Kentzlin ein Jungvogel von dem Altstorch getötet. Insgesamt wurden elf Verluste bei den Jungen registriert.

Auch wenn es in unserer Region gefühlt immer noch viele Storchenpaare gibt, machen sich die Weißstorchschützer große Sorgen, wie Friedhelm Ziemann weiß. Denn seit 2009 ist die Aufzuchtrate weit unter die magische Grenze von 2,0 Jungen pro Brutpaar gesunken. "Eine der Hauptursachen ist der Nahrungsmangel beziehungsweise die Nahrungsverfügbarkeit für die Störche durch die Intensivierung der Landwirtschaft in den letzten 20 Jahren", sagt der Storchenbeauftragte. Das erhöhe den Kampf um die Brutreviere, schlechtere werden aufgegeben. "Dies ist ein schleichender Prozess, der sich leider seit zwei Jahrzehnten fortsetzt", sagt Ziemann.

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