Bahnhof Metschow:

Alter Lok-Schuppen steht heute im Museum

Wer heute auf der B 194 durch Metschow fährt, glaubt kaum, dass es hier mal einen Knotenpunkt der Demminer Kleinbahn gab. Das alte Bahnhofsgebäude kam jetzt unter den Hammer.

Das alte Bahnhofsgebäude in Metschow ist heute ein Wohnhaus.
Kirsten Gehrke Das alte Bahnhofsgebäude in Metschow ist heute ein Wohnhaus.

Direkt an der Bundesstraße steht das alte Bahnhofsgebäude. Wer das kauft, ist Manfred Schulz ein Rätsel. Aber das Haus ist gerade versteigert worden, für 7000 Euro. „Metschow war mal ein Knotenpunkt der Kleinbahn Demmin-West“, sagt er. Viel erinnert daran nichts mehr. Neben dem Bahnhofsgebäude gibt es noch die Häuser, wo früher die Bediensteten der Bahn wohnten. Der Lokschuppen steht inzwischen im Museum in Alt Schwerin und kann dort besichtigt werden. Wer die Geschichte nicht kennt, kann deshalb heute nicht unbedingt erahnen, dass durch Metschow einst Züge gerollt sind. Manfred Schulz weiß dagegen, dass Metschow mal sieben Gleise hatte. Vor 100 Jahren, am 1. Juli 1913, hatte die Kleinbahn Demmin-West feierlich ihren Betrieb aufgenommen. „Hier gabelte sich die Linie von Demmin nach Stavenhagen und nach Treptow an der Tollense, heute Altentreptow.“ Einst sei am Metschower Bahnhof viel rangiert und auch Fahrzeuge repariert worden. Aus einem Schöpfbrunnen sei Wasser für die Lokomotiven „getankt“ worden. „Als der Brunnen versiegt war, hielten die Loks am Ellerbach“, erklärt der Metschower.

Auf dem ländlichen Weg, der heute nach Schwichtenberg führt, verlief zum Beispiel die Kleinbahnstrecke Richtung Altentreptow. „Metschow hatte mehr Gleise als Stavenhagen.“ Jedoch seien die Gleisanlagen im Juni 1945 demontiert und mit Schienenfahrzeugen in die damalige Sowjetunion transportiert worden. „Die letzte Lok soll noch in den 1980er-Jahren in der Nähe von Moskau ihren Dienst getan haben, eine große Reichweite für eine Kleinbahn“, findet Manfred Schulz. Er interessiert sich für die Geschichte seines Dorfes. Der Bahnhof ist ein Teil davon. Doch Metschow war schon früher ein Knotenpunkt, als man noch mit Pferd und Wagen durch die Lande zog. Denn im Dorf gab es einst eine Postkutschen-Station. Von hier aus soll die Post verteilt worden sein, die drei Landpostboten dann in die Dörfer ringsum ausgetragen haben. In der Gaststätte „Schwarzer Adler“ seien die Pferde getränkt worden.