Diebstahl von Solarmodulen:

Anklage macht Schluss mit eitel Sonnenschein

Unruhe herrschte im Solarland: Mehr als zwei Jahre lang wurden in der Region immer wieder Module gestohlen. Doch die Polizei kam den Dieben auf die Spur. Nun endlich musste sich einer vor Gericht verantworten.

Wo 2011 ein neuer Solarpark aufgebaut wurde, stand 2008 schon einer. Doch dessen Module wurden gestohlen. Nun sitzt der Beschuldigte auf der Anklagebank.
Archiv/G. Wagner Wo 2011 ein neuer Solarpark aufgebaut wurde, stand 2008 schon einer. Doch dessen Module wurden gestohlen. Nun sitzt der Beschuldigte auf der Anklagebank.

Eigentlich ist alles schon sechs Jahre her. Doch die Solarpark-Betreiber der Region dürften sich an die Diebesserie, die nun vor dem Demminer Schöffengericht verhandelt wurde, nur allzu gut erinnern. Auf dem ehemaligen Gelände der Zuckerfabrik im Demminer Meyenkrebs waren Solarmodule gestohlen worden. Wieder aufgetaucht waren sie später in Malchin, im Zuge weiterer Ermittlungen. Denn von 2008 bis 2010 hatten sich die Diebstähle gehäuft. Allein in Schwichtenberg wurde ein Landwirt drei Mal zum Opfer.

Auf der Anklagebank sitzt jetzt ausgerechnet ein Photovoltaik-Betreiber. Die Teile in seiner Anlage waren Diebesgut. Doch der 39-Jährige schweigt. Gelassen sitzt Sören L.*  neben seinem Verteidiger. Er hört genau zu, was die Zeugen zu sagen haben. Immer wieder macht er sich Notizen.

Kommissar Zufall hilft

Ein Kriminalbeamter kann sich an die Ermittlungen noch gut erinnern. Diese führten die Polizei nach Malchin. Die geklauten Solarmodule wurden dort in einer Garage zwischengelagert, dann später in einen Transporter eines Gartencenters verladen. „Wir hatten festgestellt, dass der Inhaber mehrere Solaranlagen betreibt“, sagt der Ermittler. Bei der Durchsuchung des Gartencenters sei die Beute aus drei Diebstählen in Schwichtenberg sichergestellt worden. Am Reuterplatz habe man dann die entwendeten Module aus dem Meyenkrebs gefunden – in der Anlage des Angeklagten.

Geholfen hat dabei Kommissar Zufall: Als die Beamten sich die Teile ansahen, entdeckten sie eine abgeklebte Seriennummer. Wegen des Wetters habe sich der Kleber gelöst, so dass die Nummer zum Vorschein kam. „Wir haben erkannt, dass die Seriennummer zur Fahndung stand“, erinnert sich der  Zeuge. Dann hätten sie enthüllt, dass die Rechnungen, die die Anlagenbetreiber vorgelegt hatten, von zwei Scheinfirmen ausgestellt waren. An denen war schon die Steuerfahndung dran.

Auch die gefälschten Rechnungen reichen noch nicht

Der Angeklagte habe eine Rechnung für Solarmodule von 72 000 Euro vorgelegt, des Weiteren für die Lieferung von Wechselrichtern. Die seien zum Hersteller geschickt worden. Auch hier habe man festgestellt, dass die Typenschilder gefälscht waren. Die Teile gehörten zu einer Anlage in Pentz, die zwei Mal bestohlen wurde. Aus einem Diebstahl in einem Mischfutterwerk in Malchin seien von zwölf Wechselrichtern allein zehn in der Anlage des Angeklagten entdeckt worden.

Mit verschränkten Armen beobachtet Sören L. den Zeugen, notiert sich wieder etwas. Die Aussagen weiterer Zeugen reichen dem Gericht nicht, um dem Angeklagten den Diebstahl nachzuweisen. Deshalb sollen noch andere gehört werden. Der Prozess wird am 25. November fortgesetzt. (*Name geändert)

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