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Auf der Insel feiert das Mittelalter Auferstehung

Allmählich neigt sich die Saison auf Demmins Fischerinsel dem Ende zu. Das Herbstfest ist ein sicheres Zeichen dafür. Doch Ruhe kehrt nicht ein. Die nächsten Monaten werden den Verein viel Arbeit kosten.

Die Schwestern Wanda und Inga Grundmann interessierten sich sehr für die Schwerter, die Isabella Neukirchen auf der Fischerinsel präsentierte. Sogar Schaukämpfe konnten die Besucher sehen.
Jana Otto Die Schwestern Wanda und Inga Grundmann interessierten sich sehr für die Schwerter, die Isabella Neukirchen auf der Fischerinsel präsentierte. Sogar Schaukämpfe konnten die Besucher sehen.

Isabella Neukirchen kommt gern auf die Demminer Fischerinsel. „Uns gefällt die nette Atmosphäre hier“, sagt sie, während sie ihr Schwert aus der Hand gibt. Die Schwestern Inga und Wanda Grundmann nutzen die Gelegenheit, das historische Kampfgerät in Augenschein zu nehmen. „Ist das aus Eisen“, fragt Inga, die feststellt, wie schwer so ein Schwert ist und dabei ahnt, wie viel Kraft in den Kämpfen einst aufgewandt werden musste. Die beiden Schwestern haben den Schaukampf von Isabella und Rainer Neukirchen bestaunt und wollen es nun selbst einmal probieren.

So erging es vielen der 500 Gäste, die am Sonnabend zum Herbstfest auf die historische Fischerinsel gekommen waren. Überall erwarteten die Besucher Aktionen, bei denen sie selbst aktiv werden konnten. Ob Herbstgestecke basteln, Körbe flechten oder Speckstein bearbeiten – der Kreativität waren kaum Grenzen gesetzt. Hinzu kam ein umfangreiches, kulturelles Programm mit vielen Höhepunkten. Darunter ganz sicher die Modenschau, die die Demminer Geschäftsfrau Hannelore Holtz mit tollen Laien-Models auf die Beine stellte. Bei herrlichem Sonnenschein konnten es sich die Gäste gut gehen und kulinarisch verwöhnen lassen. Vom selbst gebackenen Kuchen über eine Kürbissuppe bis hin zum deftigen Eisbein war für jeden etwas dabei.

Mit dem Herbstfest verabschieden sich die Mitglieder des Hanseviertel-Vereins allmählich in die Winterpause. Es ist der letzte große Höhepunkt, bevor sich die Tore Mitte Oktober schließen. Das nahm der Vereinsvorsitzende Roman Gau zum Anlass, um das Jahr Revue passieren zu lassen. Bis Ende August zählten die Mitarbeiter knapp 6000 Gäste auf der Fischerinsel – weniger, als noch ein Jahr zuvor. „Das hat mehrere Ursachen“, weiß Roman Gau. Erfahrungsgemäß kämen viele Besucher aus den neuen Bundesländern hierher. In diesem Jahr jedoch blieben viele aufgrund des Hochwassers weg. „Sie hatten einfach andere Sorgen, als hier Urlaub zu machen“, sagt Gau. Andererseits wirkte sich die Fünf- statt der bislang Sieben-Tage-Woche negativ auf die Besucherzahlen aus. „Wir wollen versuchen, dass im nächsten Jahr wieder zu erweitern“, meint der Vereinsvorsitzende. Dafür jedoch ist der Verein auf die Unterstützung durch das Job-Center angewiesen. „Wir müssen schauen, welche Maßnahmen aufgelegt werden und zusehen, dass wir rechtzeitig die Anträge stellen“, sagt Roman Gau. Die Winterpause wird der Verein nutzen, um den Naturerlebnispfad zu erweitern. Denn derartige Maßnahmen könnten aus Umweltschutzgründen nur in brutfreien Monaten durchgeführt werden. Man überlege, durch welche Angebote das mittelalterliche Profil der Fischerinsel geschärft werden könnte. „Dabei sind wir auch für Ideen der Besucher dankbar“, sagt Roman Gau.

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