Am Ende der Saison:

Auf Skipper wartet nun die Arbeit an Land

Die Saison ist gelaufen, viele Boote kommen ins Winterlager. Jetzt war in Demmin und anderswo wieder der Tag des Kranens. Und auch für manchen fast wehmütigen Blick zurück auf die Tage auf dem Wasser.

Die Stempel müssen richtig sitzen, damit das Boot auf dem Trailer hält.
Georg Wagner Die Stempel müssen richtig sitzen, damit das Boot auf dem Trailer hält.

 Jörn Cordbarlag ist begeisterter Segler. Den Sommer über kreuzt er auf den Gewässern bei Plön und Kiel, wann immer er Zeit findet, und im August holte er auf dem Kummerower See das Blaue Band in der Jollenklasse. Jetzt aber segelt er nicht, obwohl sein Wohnmobil auf dem Parkplatz am Demminer Hafen steht.

Cordbarlag ist auf Familienbesuch. Er hat Nachtwache gehalten am Hafen, wo bereits mehr als ein Dutzend Segel- und Motorboote vertäut lagen, und er packt mit an, als gegen halb Neun der große Teleskopkran vorfährt.

Die blaue Maschine und die vertäuten Boote lassen keinen Zweifel: Die Wassersportsaison ist für dieses Jahr unwiderruflich zu Ende. „Sie war ganz schön“, blickt Jens Hahn fast ein wenig wehmütig zurück, während er darauf wartet, dass sein Boot „Moorhuhn“ mit dem Kranen an die Reihe kommt. Zwar war der Juni noch ziemlich kalt, doch der August entschädigte für Vieles. „Immerhin hatten wir vier, fünf Wochen am Stück schönes Wetter“, sagt Jens Hahn. Und er konnte es nutzen. Fuhr die Loitzer Pokalregatta auf dem Kummerower See mit, segelte im Urlaub rund um Rügen. Jetzt aber geht die „Moorhuhn“ erst einmal ab ins Winterlager nach Dargun. „Dann wird sauber gemacht und das Boot gewartet“, sagt Jens Hahn.

Wie ihm geht es allen Freizeitskippern in der Region. In Loitz kranen die Wassersportler an diesem Sonnabend, auf dem Gelände des Segelclubs Blau-Weiß werden Boote fürs „Trockendock“ herausgeholt, während gleichzeitig am Hafen der Kran als erstes die „Fram“, ein Motorboot, über die Kaikante auf den bereit gestellten Trailer hebt. Wenig später folgt die „Stine“ von Jörn Cordbarlags Vater, eine Deckssalonyacht, die mit rund sieben Tonnen Gewicht wohl zu den schwersten Booten hier zählt. Für den Kran ist das ein Fliegengewicht. 60 Tonnen könnte er tragen.

Boot für Boot geht es weiter, Boot für Boot ein Abklang des zu Ende gegangenen Sommers. „Jetzt“, sagt Jens Hahn, „heißt es Warten auf das Frühjahr.“

Bis dahin wird er mit seinem aus Kunststoff gefertigten Boot nicht allzu viel Arbeit haben, im Gegensatz zu Dagobert Klüsener, dessen „Padua“ noch ganz aus Holz gefertigt ist. Schleifen und Lackieren sind da angesagt, dabei kam er in diesem Jahr kaum zum Segeln. Die meiste Zeit über lag die „Padua“ in Trittelwitz und der Skipper verbrachte mit seiner Frau die Sommerabende darauf. „Ich habe getan, als wenn das der Urlaub wäre“, lacht er. „Aber es kommt ja alles wieder.“

Ohnehin bleibt den Männern wenig Zeit für Melancholie. Die Tragegurte müssen richtig um die Bootsrümpfe gelegt, die Schiffe beim Herausheben mit Leinen gesichert werden, und dann ist da noch das Wetter. „In Stralsund ist Sturm“, sagt einer. Was schlecht wäre fürs Kranen.

In Demmin jedoch bleibt alles ruhig, auch wenn der Wind im Lauf des Morgens etwas auffrischt und allmählich auf die Haut  dringt. Jens Kuckuck duckt sich in seine Jacke, während er beim Sichern der Boote hilft. Seine eigene“Mogli“ wird erst als Letzte an die Reihe kommen, ein kleines Kielboot, mit dem er zuletzt bei der Malchiner Herbstregatta auf den zweiten Platz kam. „Da hatten wir guten Wind, es hat Spaß gemacht“, erzählt der junge Demminer. Ohnehin sei für ihn die Saison mit einem Sieg in seiner Klasse bei der Pfingstregatta erfolgreich verlaufen. Nur leider: „Sie ist immer so schnell vorbei.“