Trauriges Schicksal rührt Landes-Tierschützer:

Auffangstation für Katzen ist selbst in Not

Wohin mit den Katzen? In der Demminer Region gibt es nur in Neukalen ein Tierheim. Aber das hat Geldprobleme. Die Kommunen müssen sich nämlich jetzt entscheiden, mit wem sie Verträge zur Fundkatzen-Versorgung machen.

Der "kleine Muck" (links) wurde im Buschmühler Busch gefunden, "Mobbi Dick" gehört zu den vier Katzen, die in der Peene ertränkt werden sollten. Jetzt suchen sie ein neues Zuhause.
Gudrun Herzberg Der "kleine Muck" (links) wurde im Buschmühler Busch gefunden, "Mobbi Dick" gehört zu den vier Katzen, die in der Peene ertränkt werden sollten. Jetzt suchen sie ein neues Zuhause.

"Es ist ein Trauerspiel", sagt Monika Gräser. Die Demminer Tierschützerin kümmert sich nicht zum ersten Mal um ausgesetzte Kätzchen. Fundkatzen konnten bislang auch aus dem Demminer Bereich im Neukalener Tierheim abgegeben werden. Oder man hatte das Glück, dass sich gleich vermittelt wurden. Jetzt soll das Tierheim in Neukalen seine Türen schließen, die Kommunen geben keine Unterstützung, das Heim kann so nicht überleben. Aber wohin mit den ausgesetzten Katzen?

"Warum machen die Kommunen keine Verträge mit dem Neukalener Tierheim, dann kann es auch überleben", meint Monika Gräser. Man müsse sich noch stärker dafür engagieren, dass die Katzen kastriert werden, damit nicht noch mehr herrenlose Tiere streunen. Wenn die Katzen erst gefüttert werden, dann gehören sie auch dem, der sie füttert. Das wollen viele nicht wahrhaben. "Nicht jede Katze muss gefüttert werden, die kurz auf dem Grundstück vorbei kommt. Aber das ist natürlich auch eine Sache des Gefühls, manchem tun die Tiere leid, darüber füttern sie. Und dann kommen die Tiere natürlich immer wieder. Wichtig ist, dass man sie dann auch einfängt, damit sie vom Tierarzt kastriert werden können", so die Tierschützerin.

Wird die Kastration bald Pflicht?

Der Landestierschutzverband will noch in diesem Jahr eine Regelung zur Katzenkastration finden. "Diese Verordnung ist jetzt in Arbeit. Damit sollen auch Privatpersonen veranlasst werden, ihre Katzen kastrieren zu lassen", erklärt die Vorsitzende des Landestierschutzverbandes, Kerstin Lenz. Sie plädiert dafür, dass Kommunen die Tierheime unterstützen, da diese ohne Zuwendungen nicht bestehen können.

In Demmin werden im Jahr etwa 30 Katzen kastriert. Eine Behandlung kostet 100 Euro. "Wir sind inzwischen schon einen Schritt weiter gekommen, denn die Ämter erkennen inzwischen auch ausgesetzte Katzen als Fundtiere an und kümmern sich um eine Unterbringung", so Kerstin Lenz. Der Amtsausschuss des Amtes Demmin-Land will in der nächsten Woche eine Vereinbarung für die Unterbringung von Fundkatzen abschließen, mit wem, ist allerdings noch geheim. "Wir bekommen Fundkatzen meistens schnell wieder vermittelt, aber wir brauchen eine Dauerlösung. Die Bürgermeister der Gemeinden sollen entscheiden, wie es künftig gehandhabt wird", erklärt die Leiterin des Amtes Demmin-Land, Christine Schubbe.