Obszöne Gesten:

Autofahrer bedroht Flüchtlinge

Vor einer Asylbewerber-Unterkunft in Kletzin sind 16 syrische Flüchtlinge von einem Autofahrer beschimpft und bedroht worden. Die Gesten waren obszön und unmissverständlich. Der Bürgermeister spricht von einem schlimmen Einzelfall.

Polizeibeamte stellten zudem eine Reichskriegsflagge im Wagen des Autofahrers sicher.
Patrick Pleul Polizeibeamte stellten zudem eine Reichskriegsflagge im Wagen des Autofahrers sicher.

Ihre Ankunft in einer sicheren und friedlichen Bleibe in Vorpommern hatten sich die 16 Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien ganz sicher anders vorgestellt. Als die Asylbewerber am Donnerstag ihre Unterkunft in Kletzin beziehen wollten, "begrüßte" ein Mann sie aus einem vorbeifahrenden Pkw heraus mit unmissverständlich drohenden Gesten.

Mitarbeiter der Ausländerbehörde, die die Flüchtlinge auf ihrem Weg in die Erstunterkunft begleiteten, riefen sofort die Polizei. Das Fahrzeug war schnell gefunden. Nach Angaben der Neubrandenburger Polizeiinspektion saßen ein Mann und eine Frau in dem Wagen. Die Beamten nahmen die Personalien auf und sprachen einen Platzverweis für die Nähe der Asylunterkunft aus.

Bürgermeister ist empört über den Vorfall

Gegen den 20-jährigen Mann läuft jetzt ein Ermittlungsverfahren wegen Bedrohung. Der Pkw trug zudem laut Polizei eine Reichskriegsflagge, deren strafrechtliche Relevanz ebenfalls geprüft werde.

Kletzins Bürgermeister Detlef Klietz bedauert diesen Zwischenfall sehr. Gegenüber dem Nordkurier sprach er von einer schlimmen und unwürdigen Reaktion eines Einzelnen.

„Wir haben bei uns keine Stimmung von Ausländerhass! Das Gegenteil ist der Fall. Ich hatte gestern nach der für uns alle überraschenden Ankunft der Flüchtlinge sofort etliche Anrufe, in denen Leute aus dem Dorf Hilfe angeboten haben.“

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Kommentare (8)

Ja diese Worthülse der Politiker hat bald ausgedient .Einzelfälle sind das alles nicht mehr. Das ist der Unmut in der Bevölkerung,da alle Politiker keine Rücksicht auf ihre Wähler nehmen. Deutschland ist fast das einzige Land in der EU,die ungebremst Asylbewerber aufnehmen. Wie jetzt von der norwegischen Regierung mitgeteilt wurde,gibt es eine Liste,die von den Schleppern verteilt wird,welches Land in der EU am meisten Bargeld verteilt. Das war zu meiner dienstlichen Zeit auch schon so.Deswegen,suchen sich diese Leute Deutschland pp aus. Denn auch nicht alle Syrier kommen jetzt aus Syrien. Sie haben bereits in anderen Länder Schutz gesucht,die aber nicht die Leistungen wie D erbracht haben.

@peter.schubert3: Deutschland ist nun wirklich nicht das einzige Land, das Asylbewerber in hohen Zahlen aufnimmt. In absoluten Zahlen, ja, da nehmen wir die meisten auf. Gemessen an den Einwohnern, also prozentual, rangiert Deutschland auf Platz 9 innerhalb der EU – mit 3,5 Asylbewerbern pro 1000 Einwohnern. Weltweit liegt Deutschland auf Platz 16. Quelle: http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2015/01/2015-01-15-faq-zuwanderung-flucht-asyl.html;jsessionid=43E4BDC15957B841FD636D856CA9EB11.s2t1?nn=694676#doc1312378bodyText5 Gerald Bahr, Redaktion

@G.Bahr: Sie verweisen hier auf eine Mitteilung der Bundesregierung. Sie glauben doch nicht wirklich, dass Sie damit punkten können, oder...? Ironie off.

Herr Schubert und Herr/Frau Bahr geben mit nur zwei Beiträgen einen guten Eindruck von dem, was uns hier in Ostdeutschland seit Pegida und den Vorfällen in Heidenau und Co vorgeworfen wird: Angst, das DIE hier ja nur schmarotzen wollen und das DIE da oben und die Presse ja sowieso alle lügen. Konkret zu Herrn Schubert: ja, Deutschland sollte und kann ungebremst Flüchtlinge aufnehmen, das ist ein Gebot der Menschlichkeit. Angesichts der Bilder von Calais würde ich mich als Franzose oder Brite aktuell in Grund und Boden schämen und bin froh, dass es in Deutschland (zumindest in weiten Teilen) anders aussieht. Zudem werden sehr, sehr viele der Flüchtlinge mittel- und langfristig ein Gewinn für uns sein. Die meisten sind jung, gut ausgebildet, aus dem Mittelstand (die Armen können sich die Schlepperkosten nach Europa gar nicht leisten – einem legalen Weg für Flüchtlinge verschließt sich Europa aber noch). Für die Herkunftsländer ist das natürlich ein schmerzhafter Braindrain, aber gerade ein ausblutendes und vergreisendes Land wie MV kann diesen Zuzug sehr gut gebrauchen. Was Not tut ist, aufgrund der häufigen politischen Unfähigkeit vor Ort und der politischen Trägheit in Berlin, viel ehrenamtliches Engagement. Auch wenn das dieser Tage arg strapaziert wird, ist es etwas an dem ein Gesellschaft wachsen kann – und hoffentlich auch über diesen dumpfen braunen Gedankenbrei hinaus.

Pardon, gemeint sind natürlich der Beitrag von Herr Schubert und von „ICH_EBEN“, nicht von Herr/Frau Bahr.

Imho haben Sie da meine Bemerkung entweder vollkommen missverstanden oder nicht zu Ende gelesen.

Es wäre sinnvoll, wenn man in einem Beitrag auch mal einen Absatz einfügen könnte. Zwecks besserer Lesbarkeit. Geben Sie das doch mal an Ihre Programmierer weiter...

Hallo! Danke! Das gebe ich an unsere IT weiter. Beste Grüße, Oliver Wunder, Nordkurier-Redaktion