Große Pläne für Demmin:

AWO will Millionen-Projekt ab Herbst 2015 umsetzen

Rund 4,8 Millionen Euro will die Arbeiterwohlfahrt ab September in Demmin investieren. Es geht um 60 Pflege- und 40 Arbeitsplätze. Nur der Standort steht noch nicht endgültig fest. Ein Grund: Fledermäuse.

In der Demminer Beethovenstraße betreibt die Arbeiterwohlfahrt schon ein Seniorenzentrum mit Pflegeplätzen und betreutem Wohnen. Jetzt will sie an einem zweiten Standort ein weiteres Pflegeheim bauen.
Georg Wagner In der Demminer Beethovenstraße betreibt die Arbeiterwohlfahrt schon ein Seniorenzentrum mit Pflegeplätzen und betreutem Wohnen. Jetzt will sie an einem zweiten Standort ein weiteres Pflegeheim bauen.

Jetzt ist es amtlich: Der Regionalverband der Arbeiterwohlfahrt (AWO) wird in Demmin ein neues Pflegeheim bauen.  Der Baubeginn ist laut Geschäftsführer Klaus Schmidt für September 2015 geplant, fertig werden soll es im Oktober 2016. Außer 40 Arbeitsplätzen vor allem für Pflegekräfte werden dann in dem neuen Heim insgesamt 60 Pflegeplätze zur Verfügung stehen, davon 15 für sogenannte junge Pflege, das heißt für Patienten unter 65 Jahren, und 15 für Intensivpflege. "Im Krankenhaus werden regelmäßig Patienten entlassen", weiß Schmidt. "Für diese Menschen werden Pflegeplätze benötigt." Aber auch an den übrigen 30 Plätzen der "normalen" Pflege herrscht offenbar dringender Bedarf. "Es gibt schon Wartelisten", sagt Schmidt.

Die Pläne für das neue Pflegeheim stehen bereits seit Längerem im Raum. Offen war aber bisher noch, ob auf den in Frage kommenden Standorten Baurecht herrscht. Das ist mittlerweile geklärt und zugleich hat sich auch die Standortfrage eingegrenzt. Das unmittelbar an das bestehende AWO-Seniorenzentrum in der Beethovenstraße angrenzende LIW-Gelände kommt laut Klaus Schmidt nicht mehr in Frage. Denn dort müsste der Bauherr einen Abstand von 300 Metern zur Tischlerei einhalten. "Das war das Problem. Wir hätten nur noch ganz wenig Fläche." Jetzt konzentrieren sich die Überlegungen laut Schmidt auf einen Standort in der Jarmener Straße hinter der Mühle, offenbar das ehemalige Stahlbaugelände, und auf die Flächen hinter dem "Kreml".

Die Fledermäuse besetzen den "Kreml"

Der "Kreml", damit meint Klaus Schmidt das Kulow-Haus in der Goethestraße, wo zu DDR-Zeiten die Kreisleitung der SED residierte. Allerdings gibt es dort ein Problem mit dem Naturschutz. Denn dort haben mittlerweile Fledermäuse Quartier bezogen. "Das müssen wir noch mit der Naturschutzbehörde klären." Letztendlich aber läuft es damit nach dem gegenwärtigen Stand wohl eher auf die Flächen hinter der Mühle in der Jarmener Straße hinaus.

Mittlerweile habe man bereits zwei Bauvoranfragen gestellt, sagt Schmidt. "Wenn sie durch sind, ist es relativ einfach." Mit den Grundstückseigentümern sei man sich einig, im Februar oder März soll der Grundstückskauf am endgültigen Standort beurkundet werden. "Im September wollen wir dann anfangen, wobei der Standort für mich nicht mehr so entscheidend ist." Viel wichtiger ist für Klaus Schmidt, dass der Gesellschafter hinter dem Vorhaben stehe, dieses in den Wirtschaftsplan für nächstes Jahr aufgenommen und das nötige Eigenkapital vorhanden sei. Denn das neue Heim wird zu einer der größten Investitionen der vergangenen Jahr in Demmin. Rund 4,8 Millionen Euro soll es insgesamt kosten.

 

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