Herbstfest mit Sorgen:

Bedroht der Mindestlohn das Hanseviertel?

Die Saison im Demminer Hanseviertel ist fast vorbei. Sie war durchwachsen. Der Schritt, wieder an sieben Tagen in der Woche zu öffnen, war richtig, meint die Vereinsführung. Doch jetzt hat sie fürs nächste Jahr ganz andere Bauchschmerzen.

Kürbisse in allen Formen. Zu einem Herbstfest, wie das im Hanseviertel, gehörten die Früchte einfach dazu. Damit es das Fest im kommenden Jahr wieder gibt, muss sich der organisierende Verein etwas einfallen lassen.
Kirsten Gehrke Kürbisse in allen Formen. Zu einem Herbstfest, wie das im Hanseviertel, gehörten die Früchte einfach dazu. Damit es das Fest im kommenden Jahr wieder gibt, muss sich der organisierende Verein etwas einfallen lassen.

Wer am Stand von Dieter Kolberg vorbei ging, blieb unweigerlich stehen. Kürbisse in allen Formen und Farben, das war ein seltener Anblick. Beim Herbstfest im Demminer Hanseviertel jedoch, war der Gehmkower Hobbygärtner mit einer großen Vielfalt präsent. "Aus den Samen kommen nicht die Kürbisse, die man erwartet", erklärte er. Die Früchte würden wachsen, wie die Natur sie schafft. Ob der grüne Muskatkürbis, Kreuzungen oder Suppenkürbisse, bei den Leuten in Demmin war fast jeder begehrt. "Ich wollte auch keinen wieder mit nach Hause nehmen", meinte Dieter Kolberg.

Der 60-Jährige hatte früher einen großen Hühnerhof. Weil aber der Fuchs die Tiere immer holte, sei er auf Kürbisse umgestiegen. Irgendein Hobby müsse man schließlich haben, meint er. Für Gudrun Heuer ist vermutlich Kochen eine ihrer Leidenschaften. Sie bereitete eine Kürbissuppe für die Gäste zu. "Diesmal ein bisschen anders", verriet sie. Aber Sahne und Möhren müssen immer hinein. "Die Leute mögen das", sagte sie.

Das Herbstfest indes war die letzte große Veranstaltung in diesem Jahr auf der Fischerinsel. Die Saison ist bald vorbei. Bis Mitte Oktober ist das Hanseviertel noch geöffnet.  Für Roman Gau, Vorsitzender des Hanseviertelvereins, war es eine durchwachsene Saison. War schönes Wetter, waren viele Besucher da, bei schlechtem entsprechend weniger. Dass sie zur Sieben-Tage-Woche wieder zurück gegangen sind, sei richtig gewesen. Für dieses Jahr war auch die Frage der Arbeitskräfte in Zusammenarbeit mit der Arbeitsagentur gelöst worden.

Aber wie es nächstes Jahr aussieht, steht noch in den Sternen. Der Verein muss an seiner Struktur etwas ändern. "8.50 Euro Mindestlohn kann sich der Verein nicht leisten", sagte Gau. Der Verein finanziere sich aus Spenden. Für die Festangestellten treffe die Regelung den Verein hart. Deshalb müssen im Herbst Grundlagen für neue Vereinsstrukturen diskutiert werden. Ideen habe man sich zum Beispiel beim Ukranenland in Torgelow geholt. "Wir wollten mal sehen, wie sich andere Vereine darauf einstellen", meinte Gau. Vielleicht lasse sich etwas übertragen. Die Ansätze in Torgelow seien gut und hätten sich schon bewährt.