Falschaussage:

Bewährungsstrafe für Rechtsanwalt

Alles Zeitspiel nützte einem Neubrandenburger Rechtsanwalt nichts. Am dritten Prozesstag sah es das Demminer Amtsgericht als bewiesen an, dass der 38-Jährige in einem Bußgeldverfahren als Zeuge falsch ausgesagt hat.

An drei Verhandlungstagen musste sich das Amtsgericht mit dem Fall beschäftigen.
dpa An drei Verhandlungstagen musste sich das Amtsgericht mit dem Fall beschäftigen.

Ein Neubrandenburger Rechtsanwalt muss sich für eine falsche Zeugenaussage vor Gericht verantworten. Das Amtsgericht Demmin verurteilte den 38-Jährigen zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung sowie einer Geldbuße von 2000 Euro. In einem Bußgeldverfahren gegen einen Rechtsanwaltskollegen hatte der Mann ausgesagt, er sei anstelle des Kollegen mit dem Firmenwagen gefahren, der in eine Radarkontrolle geraten war. 

Gegen Fahrverbot und Bußgeld von 241 Euro war Widerspruch eingelegt worden. Auf dem Blitzerfoto war eindeutig sein Kollege zu erkennen. Dieser ist inzwischen auch rechtskräftig verurteilt. Der Neubrandenburger Angeklagte zeigte bis zum Schluss keine Einsicht. Er setzte alles auf eine Karte, schwieg zuerst, dann behauptete er, er habe blind seinem Kollegen geglaubt und nicht gewusst, um welche Bußgeldsache es ging. Doch das klang unglaubwürdig.

An drei Verhandlungstagen musste sich das Amtsgericht mit dem Fall beschäftigen. Am Ende folgte es der Staatsanwaltschaft und sah den Vorwurf der Falschaussage bewiesen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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