Baustelle B 194 in Demmin:

Bis zu 45 Minuten soll es an der Ampel dauern

Gute Nachrichten, schlechte Nachrichten – das ist die Bilanz der Infoveranstaltung zur Großbaustelle B 194. Auch die Sorgen der Geschäftsleute bleiben groß. Was wird aus ihren Geschäften, wenn direkt davor gebuddelt wird? Wobei, wer dann durch Demmin will, hätte wohl leider jede Menge Zeit zum Einkaufen.

Noch rauscht der Verkehr durch die Innenstadt, ab Juni steht er - an der Baustellenampel.
Thoralf Plath Noch rauscht der Verkehr durch die Innenstadt, ab Juni steht er - an der Baustellenampel.

Er hatte es versprochen. Und Ronald Normann hielt sein Wort: Er kam am Donnerstag wieder nach Demmin, um mit den Geschäftsleuten über ihre Sorgen und Nöte über die geplante Großbaustelle an der B 194 zu sprechen.

Immerhin, nachdem wegen wütendem Protest der Hansestädter bereits die ursprünglich geplante Vollsperrung bei Vorwerk vom Tisch ist, hatte der Leiter des Straßenbauamtes Güstrow noch eine gute Nachricht im Gepäck: Die Bauarbeiten sollen erst nach dem Peenefest Anfang Juni starten, die Demminer können also noch einmal ausgelassen feiern, bevor sie der Ernst des Lebens beziehungsweise der Baustelle trifft.

Und treffen wird sie die neue Botschaft aus dem Amt sicher. Denn die Autofahrer kommen nun zwar dank der nur halbseitigen Sperrung an der Baustelle vorbei – allerdings, das kann dauern! Und zwar schon mal bis zu einer dreiviertel Stunde, wie Norman die Wartezeit an der Baustellenampel prognostiziert. 45 Minuten Lebenszeit bei einer Fahrt durch die Baustelle und das über zwei Jahre hinweg. So lange soll gebuddelt und gebaut werden.

Probleme für Lieferanten

Begonnen werde in der Stavenhagener Straße gleich an zwei Standorten. „Es gibt zu den Grundstücken provisorische Zufahrten, mit Schotter“, so der Baufachmann. „Aber wie soll die Anlieferung von Ware in unserem Bereich, der dann voll gesperrt wird, funktionieren? Die Lieferanten halten sonst direkt vor der Tür und haben enge Zeitpläne“, fragte Bernd Mattukat, Inhaber von Eisen-Duwe, besorgt an.

„Dann muss die Ware eben mit Hubwagen zum Laden kommen“, schlug Ronald Normann vor und erntete dafür böse Antworten: „Wissen Sie, wie schwer Waschmaschinen oder Rasentraktoren sind?“ Das wisse er natürlich, aber es müsse gebaut werden, so oder so. Daher müsse ein Lösung gefunden werden. Und das geschah an diesem Abend tatsächlich noch: Mattukat erhält für seine Lieferanten die Sondergenehmigung, in die Gartenstraße zum Be- und Entladen zu fahren. „Aber das gilt nur für das Geschäft Eisen-Duwe“, hielt Normann fest.

Rettungskräfte können Baustellenampel auf Grün schalten

Sonderregelungen gelten während der Bauphase auch für die Rettungswagen und die Feuerwehr. Diese Fahrzeuge werden mit einem Transponder ausgestattet, dürfen dann vor der Baustellenampel auf Grün drücken, um schneller durch die Buddelei zu kommen. „Gilt das auch für unsere Busse? Das hatten Sie versprochen“, fragte Torsten Grahn von der Busgesellschaft ÖPNV nach. Doch für ihn gab es schlechte Nachrichten: „Nein, für die Busse können wir das leider nicht gewährleisten, die ‚schwimmen‘ im Verkehr mit, das wäre sonst einfach zu viel“, entgegnete Normann. Auch Landwirtschaftsfahrzeuge mit Überbreite kommen während der Bauphase nicht durch die Baustelle. Das Straßenbauamt werde vor Demmin an der B 194 und der B 110 auch Hinweisschilder zur Baustelle anbringen, damit Fahrzeuge, die sonst nur durch Demmin durchgefahren sind, die Stadt weiträumig umfahren.

„Werden die Bauleute im Sommer auch bis zur Dunkelheit arbeiten, damit nicht so viel Zeit verloren geht? Die müssen ja dann nicht schon um 17 Uhr Feierabend machen“, meint ein Besucher der Infoveranstaltung. „Die Ausschreibung benennt die Zeit von 6 bis 22 Uhr, ob sich die Firmen allerdings auch daran halten, können wir vom Straßenbauamt nicht beeinflussen“, so Normann.

Die zweite Informationsveranstaltung für die Bürger von Demmin ist am 19. Februar um 18 Uhr im Rathaussaal. Mal sehen, was die zu der Wartezeit von 45 Minuten sagen.