Nahverkehr:

Braucht die Bevölkerung auf dem Land Bürgerbusse?

Ein Fragebogen zur Ermittlung des Bedarfs liegt bereits in der Schublade. Doch damit der die Haushalte auch erreicht, braucht das Projekt die Unterstützung der Bürgermeister.

Henning Bombeck (rechts), Professor an der Universität Rostock, moderierte die Tagung in Törpin, die Helmut Pratzel, Vereinsvorsitzender des Törpiner Forums, initiiert hatte.
Jana Otto Henning Bombeck (rechts), Professor an der Universität Rostock, moderierte die Tagung in Törpin, die Helmut Pratzel, Vereinsvorsitzender des Törpiner Forums, initiiert hatte.

„Man möchte Lebensqualität, die sich aber auch rechnen muss“, fasst Henning Bombeck zusammen. Und damit spricht der Rostocker Professor für Siedlungsgestaltung und ländliche Bauwerke einen wichtigen Punkt an, was die Einrichtung von Bürgerbussen auf dem Land angeht. „Wir hören immer von einem Bedarf und wenn wir dann Busse einsetzen, ist keiner da, der mit ihnen fährt“, sagt Torsten Grahn, Geschäftsführer der Mecklenburg-Vorpommerschen Verkehrsgesellschaft. Und genau darin bestünde das Dilemma. Mehrmals im Jahr passe das Unternehmen seine Fahrpläne an, dabei ginge es nicht zuletzt um die Wirtschaftlichkeit. Denn nur bei einer entsprechenden Auslastung rechneten sich die Fahrten. Erschwerend hinzu käme, dass viele Menschen, die auf dem Land leben, Fahrzeuge haben, mit denen sie ihren Alltag bestreiten. „Der Motorisierungsgrad liegt über 50 Prozent“, weiß Torsten Grahn. Jeder Haushalt verfüge praktisch über fast zwei Autos und diesen Individualverkehr mit dem öffentlichen Personennahverkehr abzudecken, sei sehr schwer. Und wer Auto fährt, tut das auf dem Land bis ins hohe Alter. Durchaus positive Effekte könne sich der Geschäftsführer dort vorstellen, wo Bürgerbusse als Zubringer zu den Hauptverkehrslinien der Verkehrsbetriebe eingesetzt werden.

Einen Fragebogen, um den Bedarf zu ermitteln, hat Helmut Pratzel bereits erarbeitet. Allerdings erfordert es einige Logistik, um diesen den Bürgern zukommen zu lassen und was noch viel wichtiger ist, ihn wieder zurück zu bekommen. „Da sind wir auf die Unterstützung der Bürgermeister angewiesen“, appellierte Helmut Pratzel. Um möglichst viele Gemeindeoberhäupter mit ins Projekt „Bürgerbus“ zu holen, soll es auf einer der nächsten Sitzungen des Amtsausschusses des Amtes Demmin Land vorgestellt werden. Der Hohenbollentiner Bürgermeister Hans Schommer ist schon jetzt überzeugt davon, dass die Einrichtung eines Bürgerbusses, wie er jetzt im Kleinen schon in Törpin unterwegs ist, ein Gewinn für die ganze Region ist.

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