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Braucht die Demminer Region den Bürgerbus?

Die große Koalition in Berlin will alternative Verkehrsformen unterstützen, dem Törpiner Forum kann das nur recht sein. Es ist bereits einen Schritt weiter und will Demmin-Land zur Modellregion entwickeln. Falls die Bürger mitziehen.

In Törpin und Umgebung funktioniert das Projekt Bürgerbus ganz hervorragend.
             
Kirsten Gehrke In Törpin und Umgebung funktioniert das Projekt Bürgerbus ganz hervorragend.  

Das Törpiner Forum will jetzt bei dem Projekt eines Bürgerbusses für den Amtsbereich Demmin-Land einschließlich Wotenicks Nägel mit Köpfen machen. Voraussichtlich Mitte bis Ende Januar werden an die 3820 Haushalte Fragebögen verschickt, mit denen der Bedarf nach dieser, den Öffentlichen Personennahverkehr ergänzenden Einrichtung ermittelt werden soll.

Beantworten können die Bürger Fragen wie die zur Zahl der privaten Kraftfahrzeuge in den Haushalten, Hauptzielen in der näheren Umgebung oder in Demmin, Hauptfahrzeiten, zur Zahl der interessierten Personen und Ähnliches.

Den Bürgern entstehen dadurch keine Kosten, sagte Hohenbollentins Bürgermeister Hans Schommer am Montagabend im Amtsausschuss Demmin-Land. Schommer, der Mitglied im Törpiner Forum ist, stellte dort das Projekt vor und warb zugleich um die Unterstützung bei den Bürgermeistern der amts-angehörigen Gemeinden. Er hofft bei der Befragung auf einen möglichst großen Rücklauf, damit eine breite Planungsgrundlage zur Verfügung steht.

Mit dem Bürgerbus, den es in der Gemeinde Sarow bereits im Rahmen eines Pilotprojektes gibt, reagieren die Initiatoren auf die demografische Entwicklung, insbesondere die zunehmende Ausdünnung des Nahverkehrs auf dem Lande.

Viele Dörfer und Splittersiedlungen würden außerhalb des Schulbusverkehrs nicht mehr angefahren, heißt es in der Begründung. Die Folge: Menschen ohne eigenes Auto kommen nur schwer zum Einkaufen oder zum Arzt, Ältere ziehen um in die Stadt, Dörfer könnten zunehmend veröden. Neben dem Verlust an Lebensqualität für die Einwohner könnten die Dörfer aber auch an Attraktivität für jene Menschen verlieren, die im Alter gern aus Ballungsgebieten aufs Land ziehen würden. Und je mehr Menschen das flache Land verliert, desto schwieriger wird es für Nahverkehrsunternehmen, dort ein ausreichendes Verkehrsangebot aufrecht zu erhalten.

 „Wenn sich indes zeigen sollte, dass die Leute kein Interesse haben“, sagte Bürgermeister Schommer zu dem Projekt, „ist es vom Tisch.“