Hohenbollentiner sauer auf Wasserversorger :

„Braune Brühe“! Seit Augustkein sauberes Trinkwasser

Seit August plagen sich die Hohenbollentiner immer wieder mit Trinkwasser herum, das seinen Namen gar nicht verdient. Dieser Zustand ist nicht mehr zu tolerieren, meint der Bür- germeister und fordert den Wasserversorger auf, endlich die Leitungen zu erneuern.

„Fehlender Regenerationsplan“: In Hohenbollentin schlagen die Wellen hoch. Die Qualität des Trinkwassers lässt nach Ansicht vieler Bürger deutlich zu wünschen übrig.
Jana Otto „Fehlender Regenerationsplan“: In Hohenbollentin schlagen die Wellen hoch. Die Qualität des Trinkwassers lässt nach Ansicht vieler Bürger deutlich zu wünschen übrig.

„Diese braune Brühe kann man doch nicht als Trinkwasser bezeichnen“, schimpft Rudolf Borgwardt. Der Hohenbollentiner Tierarzt ist richtig sauer – auf seinen Wasserversorger. Denn wieder einmal kommt aus seinem Hahn nur moddriges Nass – statt klarem Wasser. Sein Haus steht am Ortsausgang und ist somit am Ende der Wasserleitung, die von Lindenberg über Gehmkow nach Hohenbollentin führt. Und genau darin sieht er auch das Problem. „Der gesamte Dreck aus der Leitung sammelt sich hier“, meint der Hohenbollentiner. Seit Ende August plagen sich die Familie und auch Nachbarn regelmäßig mit dem braunen Wasser herum. „Wir lassen das Wasser dann auf unsere Kosten über Stunden laufen, bis es besser wird“, schildert Rudolf Borgwardt. „Es muss doch mal die Ursache dafür gefunden werden.“

Die sieht Klaus Ehlert, Geschäftsführer der Gesellschaft für kommunale Umweltdienste, in der Chlorung des Trinkwassers, die seit Ende September läuft, weil erhöhte Keimbelastungen festgestellt wurden (der Nordkurier berichtete). „Durch das Chlor werden immer wieder Ablagerungen gelöst, die dann zu so einem Zustand führen können“, erläutert der Fachmann. Dennoch überrascht ihn diese Tatsache. „Erst am vergangenen Donnerstag haben wir Proben in Hohenbollentin genommen und sowohl die Eisen- als auch die Mangan-Werte lagen unter dem Grenzwert“, sagt Ehlert. Im Gegenteil: Was die Keimbelastung angehe, befinde sich das Wasser „auf dem Weg der Besserung“.

Doch für Hans Schommer, Bürgermeister in Hohenbollentin, hat das eine nichts mit dem anderen zu tun. „Die aktuelle bakterielle Verunreinigung mache ich dem Lieferanten nicht zum Vorwurf. So etwas kann passieren. Doch unser Problem sind die uralten Leitungen“, meint Schommer. Und ein „fehlender Regenerationsplan“, wie er es nennt.

Klaus Ehlert schließt die Leitungen als Ursache für das braune Wasser aus. „Die Gussleitungen sind völlig in Ordnung. Ich werde die Hauptleitung deshalb nicht wechseln“, sagt der GkU-Chef entschieden. 

 

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